Dänemark

Das Blox: Privater Riesenbau mit Weltklasse-Anspruch

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Kopenhagen: Ein Raumschiff für das Volk

Anfang Mai wird in Kopenhagen das „Blox“ eröffnet – das futuristische Gebäude soll das Viertel am Hafen als Labor, Kunstraum und Freizeitanlage noch mehr beleben. Doch nicht alle sind begeistert von dem Prestigeprojekt

25. April 2018

"Blox" im Hafen Kopenhagens
Ein Bürger empörte sich, das „Blox“ im Kopenhagener Hafen sehe aus „wie ein Haufen Schiffscontainer“. Foto: Rasmus Hjortshøj

So lässt man sich Stadterneuerung gefallen: Wenn Stimmung und Wetter passen, nehme ich das Rad und fahre von der Kopenhagener Wohnung entweder zehn Minuten zum Amager Strandpark, einem fünf Kilometer langen, kunstvoll angelegten Strand mit stiller Lagune für die Kinder. Oder es geht zehn Minuten in die entgegengesetzte Richtung, wo das nach der Verbannung des Schiffsverkehrs wieder blitzsaubere Hafenbecken mit wunderschön designten Badeanstalten und -brücken zum Schwimmen einlädt. Ein Sprung ins Wasser fühlt sich hier – obwohl behördlich gestattet – erfrischend subversiv an.

Wenn Anfang Mai die Badesaison losgeht, kommt gleich nebenan ein Blickfang dazu: Das „Blox“ ist sündhaft teure Architektur mit Weltklasseanspruch zwischen dem Hafenbecken und Kopenhagens historischem Altstadtviertel. Der gewaltige Neubau soll mit seinem Mix aus Architektur- und Designcenter, Arbeitsplätzen in einem Netzwerk für Stadterneuerung, Mietwohnungen, Kinderspielplatz, Fitnessstudio, Restaurants und vollautomatischer Tiefgarage die Verwandlung des Hafens vom einst öden Schiffsanlegeplatz zur innerstädtischen Erlebniszone krönen. Read the rest of this entry »

Knud Lindholm Laus fremragende “Bare fordi at – sprog og forestillinger i udlændingedebatten” 

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 Hvordan populister kaprer det danske sprog og “kommunikationspopulisme” truer demokratiet 

 

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Min gode ven Knud Lindholm Laus nye bog: „Bare fordi at – om sprog og forestillinger i udlændingedebatten“, har holdt min kære kone Ellen Astrid Holm vågen i to nætter. „Det er helt fantastisk, det her“, mumlede hun på sofaen, da hun læste, hvordan Knud veldokumenteret, i en blid tone og sproglig elegant fremlægger, hvordan permanent nedgørelse og stigmatisering af et mindretal med ord simpelthen øger sygdomsfrekvens. Han beskriver det for indvandrere. Ellen siger fra sin egen verden: „Det er jo netop min daglige oplevelse som læge på Lolland/Falster med folk der, som også jævnligt stemples som tabere. Han beskriver så godt, at det her ikke bare gælder for muslimer, men lige så meget for mennesker i fattige områder i Danmark som for stigmatiserede jøder og for kvinder, eller hvem det nu er, der bliver nedgjort med ord.“ Hvordan “kommunikationspopulismen” desuden undergraver fundamentet for vores demokrati (f.eks. retsvæsenet) får man også forklaret lysende klart, synes hun. Og meget mere.

Jeg var så spændt på Ellens mening om bogen, fordi jeg som testlæser for min ven var og er enormt fordomsfuld. Det har jeg været, på den positive måde, siden Knud i 2010 udgav den danske oversættelse af Victor Klemperers for mig (som tysker) skelsættende „LTI – Det Tredje Rigets sprog“. Med det berømte forgiftnings-citat: „Ord kan virke som bitte små doser arsenik. “

Her kommer så, hvad Ellen på denne solrige lørdag morgen ellers sagde om bogen:
”Jeg kommer til at bruge den om og om igen. Alt om sproglig udelukkelse og stigmatisering er så veldokumenteret og forklaret med masser af overbevisende eksempler og gode referencer. Man bliver udstyret med substans og viden til brug for næste gang, ens hjerte krymper sig, fordi det vælter ud af tv eller radioen med stadig mere negativt ladet sprog omkring indvandrere eller andre mindretal. Det er utroligt, hvad Knud ved og så meget materiale han har samlet. Jeg underviser jo en del. For alle, som gør det, er ‘Bare fordi at’ en skattekiste. ”

Das neue Multicenter “Blox” am Kopenhagener Hafen

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“Alles soll Weltklasse sein”

1. april 2018 kl. 23.50
Autor: Borchert, Thomas
Sendung: Fazit
Hören bis: 08.10.2018 23:50

Hier zu hören (Man muss noch mal in den Beitrag links auf dem Tableau klicken)
Architekturzentrum im Kopenhagener Hafenviertel: “Alles soll Weltklasse sein”DSC_0664Foto: Blox/Dragør Luftfoto

Neues Fazit – Kultur vom Tage – Deutschlandfunk Kultur
Die Sendung liefert täglich einen aktuellen Überblick über Kulturereignisse des Tages. Über Theater- und Filmpremieren, Ausstellungseröffnungen, Diskussionsforen und Kulturveranstaltungen im In- und Ausland wird noch am selben Abend berichtet. Auch kulturpolitische Probleme, Tendenzen und Phänomene sind Thema in Fazit.

 

 

 

 

Wenn die Angehörigen eines Mordopfers ihre eigene Sprache finden

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Mord an Kim Wall: Rückhalt für die Mutigen

Die Eltern der ermordeten Kim Wall vergeben Stipendien an Autorinnen.

26. März 2018

The door is pictured outside Court Room 60, the location of the ongoing trial of Danish inventor Peter Madsen at Copenhagen City Court
In Kopenhagen wird der Mord an Kim Wall verhandelt. Foto: rtr

Die Eltern der in einem U-Boot ermordeten und zerstückelten Journalistin Kim Wall haben ihre ganz eigene Antwort auf das Verbrechen und dessen sensationslüsterne Ausschlachtung gegeben. Während vor einem Kopenhagener Gericht gegen den Besitzer des U-Bootes am vierten Verhandlungstag wieder grausamste Details verhandelt und sofort durch Live-Blogs von Medien verbreitet wurden, überreichten Ingrid und Joachim Wall in New York ein Stipendium über 5000 Dollar (4000 Euro) an eine Kollegin ihrer toten Tochter. Kim Wall wäre an diesem Freitag
31 Jahre alt geworden. Read the rest of this entry »

Das Bauklötzewunder ist erstmal vorbei

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Gar nicht mehr alles super bei Lego

Der dänische Klötzchenhersteller muss erstmals seit vielen Jahren Umsatzeinbußen verkraften – jetzt sind neue Spielideen gefragt.

7. März 2018

 

Thomas Panke
Thomas Panke, Klötzchen-Händler aus Frankfurt, weiß genau, welche Fehler Lego gemacht hat. Foto: Boeckheler

Lego-Händler Thomas Panke haben all die Geburtsfehler am aktuellen Flaggschiff der Technic-Serie, dem gewaltigen Allrad-Abschleppwagen 42070, so erbost, dass er ihn seinen Kunden nicht zumuten mag: „Ich war fassungslos. Dieser merkwürdige blaue Laster ist einfach viel zu schlecht und mit 250 Euro auch zu teuer.“ In seinem kleinen Laden „Held der Steine“ in Frankfurt-Sachsenhausen, wo es alles für Lego-Nerds und sonst nichts zu kaufen gibt, ist der Bausatz aus dem Sortiment gestrichen. Der 37-jährige Inhaber und begeisterte Klötzebauer findet das Modellprogramm aus dem vergangenen Jahr insgesamt enttäuschend. Wenn er hinzufügt, das sei „hoffentlich ein Weckruf“, meint er das in ganz anderen Dimensionen. Um acht Prozent auf umgerechnet 4,8 Milliarden Euro ist 2017 weltweit der Verkauf von Bausätzen mit den dänischen Plastikklötzen gesunken, wie Legos neuer Konzernchef Niels Christiansen am Dienstag

Jetzt kommt die Zwei-Klassenjustiz gegen Zuwanderer bei den Dänen

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Dänemark diskriminiert per Gesetz

Die Regierung in Kopenhagen will Straftaten von Zuwanderern zukünftig in „Ghettos“ doppelt hart ahnden.

Lars Lokke Rasmussen
Erster Mann im Staat: Dänemarks Premier Lars Lokke Rasmussen. Foto: rtr

Dänische Gerichte müssen für Straftaten in Wohngebieten mit hoher Zuwandererdichte demnächst doppelt so harte Strafen verhängen wie überall sonst im Land. Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen sagte vor der Präsentation einer entsprechenden „Ghetto-Initiative“ am Donnerstag zum Vorwurf, seine Regierung setze damit die Gleichbehandlung aller Bürger vor dem Gesetz außer Kraft: „Das erkenne ich uneingeschränkt an.“

Es sei aber durch die Ausbreitung von Parallelgesellschaften in Vierteln mit mehrheitlich nicht-westlichen Zuwanderern durch Kriminalität und anderen Problemen „fünf vor zwölf“ und auch „das Dänentum in Gefahr“: „Da haben wir uns gefragt, ob wir die Möglichkeit zu angemessener Diskriminierung auf Basis objektiver Kriterien haben. Ja, die haben wir.“ Die frühere Integrationsministerin Birthe Rønn Hornbech aus Rasmussens eigener liberaler Partei meinte: „Mir ist das unbegreiflich. Es klingt wie die Einführung des Ausnahmezustandes.“

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Dänemark: Sozialdemokraten Vorreiter bei der Abschaffung des Asylrechts

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Dänische Genossen wollen Asyl abschaffen

Die dänischen Sozialdemokraten planen, Flüchtlinge gar nicht mehr ins Land lassen. Dafür gibt es Applaus von der Volkspartei.

24. Februar 2018

Mette Frederiksen

Dänemark schickt seine Flüchtlinge, alle neu angekommenen und die vielen schlecht integrierten, in den Osten von Afrika. Sie leben nach dänischem Recht in einer zu diesem Zweck errichteten Containerstadt für 300 000 Bewohner an der Küste von Mosambik, eingezäunt und streng bewacht. Das Gelände hat die Kopenhagener Regierung für 99 Jahre gepachtet.

Kaspar Colling Nielsen erzählt davon in seinem dystopischen Zukunftsroman „Der europäische Frühling“. Ein Bestseller. Drei Monate nach dem Erscheinen haben die Sozialdemokraten jetzt für den näher rückenden Wahlkampf ein Programm zur Ausländerpolitik vorgelegt, zu dem der Autor auf Facebook meint: „Wie aus meinem Roman gepflückt.“ Im Roman ist Parteichefin Mette Frederiksen auch Ministerpräsidentin und erntet rasenden Beifall für ihre Brandreden gegen Muslime, die sich nicht von Terror distanzieren. In der Kopenhagener Gegenwart hat die 40-Jährige nach allen Umfragen beste Aussichten auf den baldigen Wechsel von der Opposition an die Regierungsspitze, erst recht mit ihrer Ankündigung, das Asylrecht auf dänischem Boden komplett abzuschaffen.

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