Norwegen

Norwegen: Verfassungsklage gegen Ölbohrung in der Arktis abgeschmettert

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Klage von Greenpeace: Profit vor Umweltschutz

Ein Gericht in Norwegen weist eine Klage von Greenpeace gegen Ölbohrungen in der Arktis ab. Greenpeace wertet als Erfolg der Klage die enorme öffentliche Aufmerksamkeit um die Bohrungen.

Greenpeace-Aktivisten protestieren vor Bohrplattform
Greenpeace-Protest vor der Küste Norwegens. Foto: Will Rose (Greenpeace)

Wirtschaftsinteressen sind die klaren Sieger beim ersten Gerichtsstreit um das neue Grundrecht auf eine saubere Umwelt in Norwegens Verfassung: Ein Osloer Gericht hat diese Woche grünes Licht für neue Ölbohrungen in der ökologisch hochsensiblen Arktis gegeben. Es wies die Klage von Greenpeace und zwei anderen Organisationen ab, hinter der knapp eine halbe Million Norweger, zehn Prozent der Gesamtbevölkerung, mit ihrer Unterschrift stehen. Read the rest of this entry »

Nobelkomitee schmettert Rechtspopulisten ab

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Nobelpreis:

Krieg bei den Friedensjuroren

Oslo streitet vor der Verleihung der diesjährigen Auszeichnung erbittert über das Nobelkomitee.

Norwegen
Hagen 2015 auf dem Weg zur Preisverleihung in Oslo. Foto: afp

So giftige parteipolitische Töne hat man von den Hütern des Friedensnobelpreises lange nicht gehört. „Blockiert ihr unseren Rechtspopulisten, werfen wir euren Sozialdemokraten raus.“ Vor der Verleihung der diesjährigen Auszeichnung an die Anti-Atomwaffenkampagne ICAN am Sonntag in Oslo sagt das so direkt zwar keiner. Stattdessen sprechen Taten: Um den Einzug des kontroversen Rechtspopulisten Carl I. Hagen in das Nobelkomitee zu verhindern, hat eine Parlamentsmehrheit gegen die Mitterechtsregierung vage Regeln verbindlich festgezurrt, und das auch noch im Eilverfahren: Mitglieder und Ersatzmitglieder im Osloer „Storting“ sind ab sofort vom Einzug in die fünfköpfige Jury mit der Entscheidung über den wohl prestigeträchtigsten Preis der Welt ausgeschlossen. Um die politische Unabhängigkeit zu sichern, hieß es.

„Alles vorgeschoben. Das ist gegen mich persönlich gerichtet“, ereiferte sich der Ex-Parteichef mit hochrotem Kopf in den Wandelgängen des Parlaments. Niemand konnte dem Ersatzmitglied im Parlament überzeugend widersprechen. Auch mit 73 kämpft Hagen um möglichst ununterbrochene öffentliche Aufmerksamkeit. In der eigenen Fortschrittspartei, von ihm ab 1978 als „Steuerrebell“ über drei Jahrzehnte geführt, ist er längst abgehalftert und mit seiner Nachfolgerin Siv Jensen, als Finanzministerin schon im fünften Regierungsjahr, so über Kreuz wie das Duo Seehofer&Söder. Read the rest of this entry »

Norwegen als Klimakiller: Neues Öl aus der Arktis

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Der Kampf gegen die Ölförderung

„Ein massiver Eingriff in das Klima für kommende Generationen“: Greenpeace zieht gegen die norwegische Regierung wegen Bohrkonzessionen für die Barentssee vor Gericht.

March 7 2017 Tromso Norway Clear winter skies in Northern Norway enabled clearly viewing the A
Ökologisch sensibles Territorium: die Arktis unter Nordlicht. Imago Foto: imago stock&people (imago stock&people)

Geschliffene Argumente im Gerichtssaal erregen mitunter mehr Aufsehen als halsbrecherische Kletterpartien auf Bohrplattformen. Wenn von Dienstag an in Oslo über Ölbohrungen in der ökologisch hochempfindlichen Arktis verhandelt wird, ist Greenpeace die geballte Aufmerksamkeit der Norweger für das bisher einzigartige Verfahren sicher.

450.000 Bürger, fast zehn Prozent der Bevölkerung, stützen per Unterschrift die Klage, mit der Umweltschützer der Regierung Verfassungsbruch nachweisen wollen: Seit 2014 ist im norwegischen Grundgesetz festgeschrieben, dass „alle Menschen das Recht auf eine Umwelt (haben), die die Gesundheit sichert“. Ausdrücklich schreibt der Paragraf 112 auch den Schutz dieses Rechtes „für kommende Generationen“ bei der Verteilung von Naturressourcen vor. Read the rest of this entry »

Die Vetreibung aus dem Paradies für E-Autos

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Norwegen bremst Energierevolution aus

Regierung will die Suventionierung von E-Autos zurückschrauben.

30. Oktober 2017

E-Auto
Auto aufladen: Für immer mehr Norweger eine Selbstverständlichkeit. Foto: rtr

Wer in Oslo all die Ladestationen an Parkplätzen und die enorm vielen Elektroautos selbst im Stadtverkehr bestaunt, kann sich eine Zukunft ohne Verbrennungsmotoren schon sehr plastisch vorstellen. Dass 52 Prozent Hybrid- oder reine E-Antriebe bei Neuzulassungen im September einen Rekordtiefststand der CO2-Emissionen mit sich brachten, bestätigt dieses Bild mit trockenen und erfreulichen Zahlen. In Deutschland liegt der Marktanteil 2017 bisher bei mikroskopischen 0,6 Prozent. Norwegens aus aller Welt bestaunte Vorreiterrolle gerät nun aber ins Wanken, weil die Regierung den Geldhahn für stimulierende Subventionen ein Stück weit zudrehen will.  Read the rest of this entry »

Røkke: Milliardär und “Wohltäter”

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Philantropie: Ein Schiff wird kommen

Der norwegische Industrielle Kjell Inge Røkke will sein Vermögen der Gesellschaft zurückgeben. Die erste Wohltat: das Forschungsschiff REV.

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7. Juni 2017

 

Wenn doch nur alle Milliardäre so edle Vorsätze hätten. „Ich will der Gesellschaft den Löwenanteil von dem zurückgeben, was ich verdient habe“, verkündet der norwegische Großindustrielle, der ein geschätztes Vermögen von umgerechnet 1,8 Milliarden Euro (17 Milliarden Kronen) sein Eigen nennt. Wie viel davon der 58-Jährige für das gewaltige neue Forschungsschiff „REV“ (Research Expedition Vessel) voller Technik vom Feinsten als Geschenk an die Gesellschaft abzweigt, behält Røkke aber lieber für sich: Das Schiff sei ein Teil vom Löwenanteil. Nach dem Stapellauf 2020 sollen an Bord hochkomplexe Forschungsprojekte bis zu einer Tiefe von 6000 Meter möglich sein – der WWF hat sich bereits eine Kooperation gesichert. Nebenbei kann das Schiff pro Tag bis zu fünf Tonnen Plastikmüll vom Meeresboden einsammeln und CO2-neutral verbrennen. Read the rest of this entry »

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07. Oktober 2016

Prinzip „Ermutigung“

 Von Thomas Borchert

Das norwegische Nobel-Institut in Oslo.  Foto: imago

Das Nobelpreiskomitee bleibt seinen Gewohnheiten treu: Freudig überraschen, Kritik abbürsten

Die Vorliebe der Osloer Nobeljuroren für Überraschungen hat krachende Kritik an Preisvergaben der letzten Jahre und hässlichen internen Streit unbeschadet überstanden.

Dass der Friedensnobelpreis kurz nach dem Nein der Kolumbianer beim Referendum über das Abkommen zur Beendigung des Bürgerkrieges in dieses Land gehen würde, galt als unwahrscheinlich: Der prestigeträchtigste Preis der Welt gegen einen gerade erst erklärten Volkswillen? Schwer vorstellbar. Aber dann erklärte Komiteechefin Kaci Kullmann Five verblüfften Journalisten, die Südamerikaner hätten „ja nicht gegen den Frieden gestimmt, sondern nur gegen ein bestimmtes Abkommen“.

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