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Johan Harstad

Rezension: Über “Max, Micha und die Tet-Offensive”

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Zauberberg aus Norwegen:
Johan Harstads munterer Monsterroman

05.06.2019

Ein gewaltiges Unterfangen wie einst Thomas Manns “Zauberberg” und leicht zugänglich: Über 1200 Seiten lässt der Norweger Johan Harstad seinen Ich-Erzähler Max nach Wurzeln und Identität für die Generation der 68er-Kinder suchen. Man muss nicht jede Seite lesen und ist doch überwältigt.

Von Thomas Borchert, dpa

Reinbek/Hamburg (dpa) – Man hat diesen munteren Monsterromans fast geschafft und ist nach 1000 Seiten noch nicht so recht müde, da erfährt Max, dass sein Freund Mordecai sich umgebracht hat.

Von der Trauerfeier stellt der norwegische Autor Johan Harstad auf zehn Seiten in aller Ruhe und abwechslungsreich die knapp 50 Trauergäste von innen, mit ihren Gedanken und Gefühlen vor. Vom Vater “mit dem toten Gesicht, einer Totenmaske” bis zum Kind, das grübelt, wie man sterben kann, ohne alt oder krank zu sein. Mal gibt es einen knappen Satz über nackte Verzweiflung, mal ironisierend verschiedene Varianten der Unfähigkeit zu trauern oder Warmherziges über das hier fast aussichtslose Ringen um Trost. Read the rest of this entry »

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