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Die Schwedische Akademie zerlegt sich selbst

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Ein ausgekungeltes Frauenopfer

Das Komitee für den Literaturnobelpreis zerlegt sich endgültig, indem ausgerechnet zwei Frauen gehen müssen.

14. April 2018

Von Thomas Borchert

The Swedish Academy's Permanent Secretary Sara Danius talks to the media as she leaves after a  meeting at the Swedish Academy in Stockholm
Sara Danius tritt am 12. April zurück. Foto: TT NEWS AGENCY (X02350)

Die Vergabe des Literaturnobelpreises könnte nicht nur in diesem Jahr ausfallen. Sechs Monate nach Anschuldigungen von 18 Frauen über sexuellen Missbrauch und Gewalt im eigenen Umfeld droht der Jury das Aus. Es wäre ein Ende mit Schrecken.

Nachdem Sara Danius, bis Donnerstagabend „Ständige Sekretärin“ der Schwedischen Akademie, ihren erzwungenen Rücktritt verkündet hat und die Lyrikerin Katarina Frostenson ebenfalls nicht ganz freiwillig die Mitarbeit einstellt, ist das Gremium mit nur noch elf aktiven von nominell 18 Mitgliedern laut den Statuten gesprengt. Sie darf jetzt keine neuen Mitglieder mehr aufnehmen. Noch viel schwerer für die Zukunft der Akademie dürften die postwendend eingesetzten Proteste einer empörten Öffentlichkeit wiegen. Read the rest of this entry »

Nach MeToo: Die Jury für den Literaturnobelpreis zerlegt sich selbst

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Nobelpreis:Screenshot 2018-03-29 08.51.35.png Selbst verschuldete Rufschädigung

VorwürfScreenshot 2018-03-29 08.51.35.pnge sexuellen Missbrauchs sowie der Weitergabe geheimer Informationen beschäftigen das Literaturnobelpreis-Komitee.

10. April 2018

 

Katarina Frostenson
Katarina Frostenson. Foto: afp

Die Debatte, die die MeToo-Bewegung auf den Weg gebracht hat, spaltet die Jury zur Vergabe des Literaturnobelpreises. Die beiden Lager stehen sich dermaßen unversöhnlich gegenüber, dass das Fundament der Stockholmer Jury wankt. Nach der Kampfabstimmung in der „Schwedischen Akademie“ mit 8:6-Stimmen gegen den Ausschluss eines Mitglieds im Gefolge von MeToo-Enthüllungen und anderen Vorwürfen sind Ende letzter Woche schon drei Juroren aus Protest zurückgetreten. Zwei weitere aus der überstimmten Minderheit, darunter als Frau an der Spitze die hoch angesehene Sara Darius, überlegen noch. Sollten beide abtreten, ist die Akademie mit nur elf Mitgliedern nicht mehr beschlussfähig. Sie kann nach den 232 Jahre alten Statuten keine neuen aufnehmen. Auch ohne diesen möglichen, aber nicht zwangsläufigen Gau, bleibt auf jeden Fall eine selbst verschuldete Rufschädigung für den berühmtesten Literaturpreis der Welt zurück.  Read the rest of this entry »

Das neue Multicenter “Blox” am Kopenhagener Hafen

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“Alles soll Weltklasse sein”

1. april 2018 kl. 23.50
Autor: Borchert, Thomas
Sendung: Fazit
Hören bis: 08.10.2018 23:50

Hier zu hören (Man muss noch mal in den Beitrag links auf dem Tableau klicken)
Architekturzentrum im Kopenhagener Hafenviertel: “Alles soll Weltklasse sein”DSC_0664Foto: Blox/Dragør Luftfoto

Neues Fazit – Kultur vom Tage – Deutschlandfunk Kultur
Die Sendung liefert täglich einen aktuellen Überblick über Kulturereignisse des Tages. Über Theater- und Filmpremieren, Ausstellungseröffnungen, Diskussionsforen und Kulturveranstaltungen im In- und Ausland wird noch am selben Abend berichtet. Auch kulturpolitische Probleme, Tendenzen und Phänomene sind Thema in Fazit.

 

 

 

 

Finnlands Testlauf mit bedingungslosem Grundeinkommen

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„Positiver Antrieb und mehr Dynamik“: Im Großversuch testen 2000 Menschen ein bedingungsloses Grundeinkommen von 560 Euro.

Juha Sipilä
Finnlands Regierungschef Juha Sipilä. Foto: imago
Mika Ruusunen aus Tampere im Süden Finnlands musste ab 2013 ohne Job klarkommen. Ein extremer Einschnitt. Der weltweit größte Test mit einem bedingungslosen Grundeinkommen hat das Leben des gelernten Bäckers dann wieder stark verändert. Seit Anfang 2017 und noch bis Ende dieses Jahre bekommt Ruusunen als einer von 2000 Bürgern statt Arbeitslosen- oder Sozialhilfe 560 Euro monatlich vom Staat überwiesen – ohne Auflagen oder Rechenschaftspflicht. Read the rest of this entry »

Streitschrift gegen westliche Arroganz

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„Hört endlich zu!“

Frank Richter streitet für offene Ohren und bleibt vage

Wie man Anhängern von Pegida von AfD vorbehaltlos zuhören kann, hat der Sachse Frank Richter in Dresden mit Erfolg vorgeführt. In „Hört endlich zu!“ bleibt er als Rezeptgeber nach überzeugenden Analysen unverbindlich.

Von Thomas Borchert, dpa

Quelle: Dietrich Flechtner
Frank Richter

Berlin. Frank Richter hat sich einen Namen gemacht als kluger und zeitweilig erfolgreicher politischer Mittler im Dresden der Pegida-Demonstrationen. Den Imperativ im Titel seiner Streitschrift „Hört endlich zu!“ begründet der Theologe mit Grundsätzlichem wie auch Persönlichem. Richter sieht im ganzen Land eine „Schneise geistiger Verwüstung“ durch neoliberale Wahnvorstellungen von ewigem Wachstum. Bei einem verregneten Wahlkampfauftritt von Angela Merkel („eine müde und traurig wirkende Frau“) vor 300 Ostdeutschen im Städtchen Barth fühlte er sich von der entpolitisierenden Visionslosigkeit der Kanzlerin „intellektuell beleidigt“. Read the rest of this entry »

Wenn die Angehörigen eines Mordopfers ihre eigene Sprache finden

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Mord an Kim Wall: Rückhalt für die Mutigen

Die Eltern der ermordeten Kim Wall vergeben Stipendien an Autorinnen.

26. März 2018

The door is pictured outside Court Room 60, the location of the ongoing trial of Danish inventor Peter Madsen at Copenhagen City Court
In Kopenhagen wird der Mord an Kim Wall verhandelt. Foto: rtr

Die Eltern der in einem U-Boot ermordeten und zerstückelten Journalistin Kim Wall haben ihre ganz eigene Antwort auf das Verbrechen und dessen sensationslüsterne Ausschlachtung gegeben. Während vor einem Kopenhagener Gericht gegen den Besitzer des U-Bootes am vierten Verhandlungstag wieder grausamste Details verhandelt und sofort durch Live-Blogs von Medien verbreitet wurden, überreichten Ingrid und Joachim Wall in New York ein Stipendium über 5000 Dollar (4000 Euro) an eine Kollegin ihrer toten Tochter. Kim Wall wäre an diesem Freitag
31 Jahre alt geworden. Read the rest of this entry »

Der neue Clemens J. Setz: “Bot”

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Clemens Setz als digitalisierter Eulenspiegel

Clemens J. Setz - «Bot - Gespräch ohne Autor»
„Bot – Gespräch ohne Autor“ von Clemens J. Setz. (Foto: Suhrkamp Verlag / DPA)

 

Thomas Borchert

Intelligente Fragen gegen den Strich sind Kraftnahrung für alle Wahrheitssucher. Clemens J. Setz serviert sie in „Bot – Gespräch ohne Autor“ mit Witz und digitaler Raffinesse vor jedem der hier gesammelten Einträge aus seinem elektronischen Tagebuch.

„Kann man vertraut werden mit einer Maschine?“, lässt der 35-jährige Österreicher sich fragen und einen melancholischen Absatz über das Verschwinden eines „kleinen Zahnrades an privater Poesie aus der Welt“ folgen. Read the rest of this entry »