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“Den, som af debatten om statsborgerskab forventer logik, sund fornuft og anstændighed, har på forhånd tabt.”

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https://jyllands-posten.dk/debat/kronik/ECE12786652/dannebrog-og-lagkagen-i-hjertet-politikere-sig-hellere-i-ikke-oensker-muslimske-statsborgere/

Dannebrog og lagkagen i hjertet: Politikere, sig hellere, I ikke ønsker muslimske statsborgere

Blå blok og Tesfayes socialdemokrater konkurrerer om de mest frygtindgydende idéer til, hvordan de uønskede – eller for at sige det ligeud: muslimerne – kan blive sorteret fra.

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Den, som af debatten om statsborgerskab forventer logik, sund fornuft, anstændighed, har på forhånd tabt, skriver kronikør Thomas Borchert. Tegning: Rasmus Sand Høyer.

Thomas Borchert

Thomas Borchert tysk korrespondent

(uddrag)

»Når man sætter et dannebrogsflag i lagkagen til børnenes fødselsdag … så har man Danmark i hjertet.« Hvordan skal danmarkskorrespondenten forklare læsere syd for grænsen denne – udlændinge- og integrationsminister Mattias Tesfayes – definition af, hvem der gør sig fortjent til et dansk statsborgerskab? Måske skulle de tyske læsere forestille sig, som noget nogenlunde tilsvarende, at deres indenrigsminister Horst Seehofer, fra Bayern, ville påskønne det, hvis statsborgerskabsansøgere deltog i oktoberfesten iført lederhosen eller dirndl. Som bevis for, at de har taget Tyskland til sig, har fået landet ”ind under huden”, har Tyskland ”indeni” og ”i hjertet”, og at de har ”for fædrelandet ild“. (…)

Dansk Folkeparti und Fremskrittsparti stürzen ab: Alle sind ja jetzt Populisten

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Skandinaviens Rechte im freien Fall

  • von Thomas Borchert

Populismus und Mainstream sind einander in Dänemark und Norwegen zu nahe gekommen – die radikalen Parteien verlieren stetig Wählerinnen und Wähler.

20.2.2021

Jahrzehntelang waren die Fortschrittspartei (FRP) in Norwegen und die Dänische Volkspartei (DF) mit ihren erstaunlichen Erfolgen Vorbild für Rechtspopulist:innen in ganz Europa. Am Donnerstagabend hat in Oslo FRP-Chefin Siw Jensen im Wahljahr das Handtuch geworfen, weil ihre Partei laut Umfragen im anhaltend freien Fall bei nur knapp über fünf Prozent angekommen ist. In Glanzzeiten waren es über 20. Genauso trostlos sieht es für Jensens DF-Kollege Kristian Thulesen Dahl aus, dessen Partei laut Demoskopen bei sechs Prozent dümpelt.

In Kopenhagen gilt als ausgemacht, dass die DF in nächster Zukunft ebenfalls einen Wechsel an der Spitze erleben wird. Bei einigen deutlichen Unterschieden zwischen beiden Parteien drängt sich im zeitgleichen Niedergang die gern von Sozialdemokraten vorgebrachte Erklärung auf: Dass man sich womöglich zu Tode gesiegt habe. In der öffentlichen Debatte wird die DF kaum mehr wahrgenommen, nachdem Dahl bis vor zwei Jahren mit 21 Prozent im Rücken als selbstbewusster Mehrheitsbeschaffer für eine bürgerliche Minderheitsregierung Dänemarks Zuwanderungspolitik zu immer neuen Rekorden an Härte und islamophobischer Rhetorik treiben konnte.

Widerstand auf allen Seiten

Damit ist Schluss, seit die amtierende Regierungschefin Mette Frederiksen mit ihren Sozialdemokraten die „zuwanderungskritische“ Linie von DF eins zu eins übernommen, sich für frühere „Schlappheit“ entschuldigt und die Urheberschaft der „frühen Mahner“ von DF ausdrücklich anerkannt hat.

Heute erklärt Frederiksen zum Beispiel: „Leider setzen die internationalen (Menschenrechts-) Konventionen enge Grenzen für die Aberkennung von Staatsbürgerschaften.“ Diese Tonlage war seit Beginn des DF-Aufstiegs vor 25 Jahren ein rechtspopulistischer Evergreen, den jetzt in Kopenhagen praktisch alle Mainstreamparteien einschließlich der Sozialdemokraten mitsingen.

Die erste Quittung nach dem Verlust des Alleinstellungsmerkmals bekam die DF dann bei den Wahlen 2019: Sie stürzte von 21 auf 8,7 Prozent und verliert seitdem weiter an Boden. Die anderen lassen einfach nichts mehr anbrennen, wenn es darum geht, knallig den Widerstand gegen Zuwanderung aus der islamischen Welt zu manifestieren.

Die norwegische FRP, schon in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts vom legendären und immer noch aktiven „Steuerrebellen“ Carl I. Hagen gestartet, war immer ein bisschen moderater als die Kopenhagener Populist:innen. Sie hat aber auch ihre Wahlkämpfe vorzugsweise mit markigen Parolen oder bedarfsweise Hetze gegen Zuwanderer:innen und höchst erfolgreichem EU-Widerstand betrieben: Norwegens Wähler:innen haben zweimal gegen die Empfehlung der eigenen Regierung einen Beitritt abgelehnt. Populismus und Mainstream sind einander so nahe gekommen, dass kaum noch ein Unterschied auszumachen ist. Der große öffentlich-rechtliche TV-Sender NRK zelebrierte den Abschied Jensens denn auch wie den Nachruf auf eine allseits verehrte Königin.

“Estonia”-Untergang wird nach 25 Jahren neu untersucht

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Freispruch für Filmteam

von Thomas Borchert

„Estonia“-Tauchgang war keine Grabschändung.

Ein Gericht in Göteborg hat am Montag zwei Schweden vom Vorwurf der Verletzung des Grabfriedens durch Unterwasser-Aufnahmen am Wrack der „Estonia“ freigesprochen. Beim Untergang der Ostseefähre am 28. September 1994 waren 852 Menschen ums Leben gekommen. Nachdem nur 94 der Toten geborgen werden konnten, erklärte die schwedische Regierung das Wrack in internationalen Gewässern vor der Insel Utö zur Grabstätte, an der Tauchunternehmen seit 1997 verboten sind. https://bb8f5878cf01868899e60b6dddb8c2ba.safeframe.googlesyndication.com/safeframe/1-0-37/html/container.html

Das 2019 trotzdem durchgeführte Projekt des Journalisten Henrik Evertsson und des Unterwasserfilmers Linus Andersson erregte weltweit Aufsehen, weil dabei erstmals ein drei Meter hohes und 1,20 breites Loch in der Schiffswand entdeckt wurde. Dies könnte neue Erkenntnisse über die Ursache für das schlimmste Unglück der europäischen Zivilschifffahrt nach Kriegsende bringen.

Die beiden beriefen sich erfolgreich darauf, dass sie ihr Tauchprojekt von einem deutschen Schiff in internationalen Gewässern durchgeführt hatten. Das Gericht hob beim glatten Freispruch heraus, dass Deutschland sich dem von Schweden initiierten Abkommen über die „Estonia“ als geschützte Grabstelle nie angeschlossen habe.

Zu den Besonderheiten des Verfahrens gehörten die gleichzeitigen Ankündigungen der Regierungen von Schweden, Finnland und Estland, im Sommer amtliche Tauchunternehmen zur genauen Untersuchung des von den Privattauchern entdeckten Lochs durchzuführen. Eigens dafür soll nun das Gesetz geändert werden.

Betroffene der Katastrophe hatten mit Unverständnis darauf reagiert, dass im Havariebericht das Loch nicht erwähnt worden war. Die amtliche Erklärung für das Unglück, wonach sich das Bugvisier der „Estonia“ bei viel zu hoher Geschwindigkeit auf der stürmischen Ostsee geöffnet habe und abgerissen sei, wird von vielen Seiten als unzureichend angezweifelt.

Huawei in Dänemark gibt Chinas Racial Profiling gegen Uiguren zu

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Menschenrechte

Protest gegen die Unterdrückung der Uiguren. imago

Huawei testete „Uiguren-Alarm“

  • von Thomas Borchert

Der Telekommunikationskonzern gibt zu, an einer Software zur Gesichtserkennung der muslimischen Minderheit in China mitgearbeitet zu haben, und zeigt sich reumütig. Menschenrechtsexperten sind skeptisch.

Erstmals hat ein Huawei-Manager die Beteiligung des chinesischen Telekommunikationskonzerns an der Überwachung der uigurischen Minderheit durch Gesichtserkennungssoftware mit „Racial Profiling“ bestätigt und zugleich bedauert. Der Huawei-Chef für Nordeuropa und das Baltikum, Kenneth Fredriksen, sagte der dänischen Zeitung „Politiken“, sein Unternehmen habe das dafür angemeldete Patent annulliert und nach Tests mit dem sogenannten „Uiguren-Alarm“ die Kooperation mit dem Partnerunternehmen Megvii eingestellt. Die Ankündigung stieß in Kopenhagen auf Skepsis

Dänemarks Corona-Management war bisher erfolgreich

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Dänemark war schon im vergangenen April das erste EU-Land, das die Schulen unter Hygienebedingungen wieder öffnete. AFP
Dänemark war schon im vergangenen April das erste EU-Land, das die Schulen unter Hygienebedingungen wieder öffnete. AFP© AFP

02.02.2021

Erste Lockerungen

Schulöffnung in Dänemark

  • von Thomas Borchert

Da der Lockdown für niedrige Infektionszahlen gesorgt hat, sollen Grundschulkinder wieder in die Schule gehen. Verstöße gegen die Regulierungen werden hingegen härter bestraft.

Kinder in Dänemark bis zur vierten Klasse dürfen ab Montag wieder in die Schule gehen. Die Regierung begründet die erste vorsichtige Öffnung im zweiten Lockdown mit den stark gefallenen Corona-Zahlen. Neben der Versicherung, die betroffenen Kinder seien selbst weniger durch das Virus gefährdet und verbreiteten es auch weniger, wiesen Kommentator:innen in Kopenhagen auf die Forderung von Unternehmen nach einer schnellen Schulöffnung hin. Damit sollte Eltern mit Kindern im Grundschulalter bei gleichzeitigem Homeoffice wieder ein produktiveres Arbeiten ermöglicht werden.

„Wir kalkulieren als Folge der Schulöffnung eine vertretbaren Anstieg der Infektionszahlen ein“, sagte Henrik Ullum vom staatlichen Seruminstitut. Aktuell seien die Infektionen durch den Lockdown drastisch auf eine Sieben-Tages-Inzidenz von 63,3 gefallenen. Bis März rechnet das Institut mit einer Verdoppelung der täglichen Zahlen von derzeit 300 auf 600 sowie der stationären Corona-Behandlungen von 20 auf 40. Damit könne man leben, so Ullum. Man habe bei diesen Berechnungen auch die wahrscheinliche Ausbreitung der britischen Variante B 117 mit berücksichtigt. In der vergangenen Woche hatte die Regierung die Verlängerung des Lockdowns bis Ende Februar mit dessen noch nicht absehbaren Gefahren begründet.

Gesundheitsminister Magnus Heunicke schloss denn auch zusätzliche Lockerungen bis auf Weiteres aus: „Dänemark hat damit absolut nicht den Weg zur generellen Öffnung eingeschlagen.“ Als handfesten Beweis hat die Regierung ein Eilgesetz mit drastischen Strafen für die Verletzung von Corona-Restriktionen vom Parlament eingebracht. Danach droht Personen, die nach der Einreise in Dänemark die bisher lediglich „empfohlene“ Zehn-Tage-Isolation nicht einhalten, eine Geldbuße von umgerechnet 500 Euro und bei Wiederholung eine Haftstrafe. Die Behörden haben in den vergangenen Wochen dänische Reisende über Medien „an den Pranger gestellt“, weil sie mit Ferien in Dubai oder im Tiroler Ischgl zur Verbreitung des Virus beigetragen hätten. Rückflüge aus Dubai wurden verboten.

Die Ministerpräsidentin Mette Frederiksen hat mit ihrem betont robust der Öffentlichkeit vorgetragenen Corona-Management bisher Erfolg gehabt. Das gilt sowohl für die niedrigen dänischen Infektions- sowie Opferzahlen als auch für die Popularität der Sozialdemokratin. Während im benachbarten Schweden mit dem „liberalen Sonderweg“ bei gut zehn Millionen Bürger:innen bisher 11 591 Tote zu beklagen sind, waren es in Dänemark bei 5,8 Millionen Einwohner:innen nur 2145.

Zum Erfolgsrezept gehören neben dem gegenüber Deutschland etwas stärkeren Grundvertrauen der Bürger:innen in ihren Staat auch zentralisierte Entscheidungswege. Frederiksen hat sie entschlossen genutzt und ausgebaut. Dies trug ihr Kritik als „machthungrig“ ein, hat aber genauso wenig an der positiven öffentlichen Wahrnehmung geändert wie die ohne gesetzliche Grundlage verfügte Massentötung aller 18 Millionen dänischen Zuchtnerze als mögliche Corona-Verbreiter.

Die frühzeitige Digitalisierung des öffentlichen Lebens in Dänemark hat ein viel schnelleres Reagieren auf die Herausforderungen durch Covid-19 ermöglicht als beim deutschen Nachbarn. Dazu gehört auch die schon 1968 eingeführte „Personennummer“, die neben Behörden auch dem Gesundheitswesen leicht und schnell Zugang zu diversen Daten aller Bürger:innen ermöglicht.

26 Jahre nach dem Untergang der Estonia: Loch im Schiffrumpf entdeckt

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Die „Estonia“ wurde zwischen Stockholm und Tallinn eingesetzt. Warum ging sie im September 1994 in der Ostsee unter? Diese Frage ist bis heute nicht abschließend beantwortet.  dpa
Die „Estonia“ wurde zwischen Stockholm und Tallinn eingesetzt. Warum ging sie im September 1994 in der Ostsee unter? Diese Frage ist bis heute nicht abschließend beantwortet. dpa © picture-alliance / dpa

25.01.2021

„Estonia“-Unglück

Auf Tauchgang in der Grauzone

  • von Thomas Borchert

26 Jahre nach dem Untergang der Ostseefähre „Estonia“ stehen nun zwei Schweden vor Gericht. Dabei könnten ihre Unterwasseraufnahmen entscheidend zur späten Aufklärung der Katastrophe beitragen

Für Außenstehende mag es nur eine weitere Episode in der unendlichen Geschichte einer verschleppten Aufklärung sein – für die Überlebenden und die Hinterbliebenen der Opfer des „Estonia“-Unglücks könnte ein Vierteljahrhundert nach dem Untergang der Ostseefähre ein neues Kapitel beginnen. Denn seit gestern stehen im westschwedischen Göteborg zwei Männer vor Gericht, die vielleicht entscheidend zu einer späten Aufklärung der Katastrophe beitragen könnten. Der 33-jährige Journalist Henrik Evertsson und der 37-jährige Unterwasserfilmer Linus Andersson sind wegen „Verletzung des Grabfriedens“ angeklagt. Sie hatten im September 2019 einen Tauchroboter zum Wrack der „Estonia“ herabgelassen – und mit ihrer Entdeckung eines 1,20 Meter breiten und etwa vier Meter langen Lochs im Schiffsrumpf nicht nur für einiges Aufsehen gesorgt, sondern auch Bewegung in die ins Stocken geratene Aufarbeitung des Unglücks gebracht.

So befürworten die Regierungen der betroffenen Länder Schweden, Estland und Finnland jetzt neue Untersuchungen am Wrack, um der sensationellen Entdeckung auf den Grund zu gehen. Fassungslos fragen sich nicht nur Medienschaffende: Wie konnte dieses gewaltige Loch 26 Jahre unentdeckt bleiben? Und warum ist es mit keinem Wort im offiziellen Bericht der Havariekommission von 1997 erwähnt?

Ex-Ausländerministerin Inger Støjberg kommt vor ein “Reichsgericht”

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Die rechtsliberale Populistin Inger Støjberg hat auf der Jagd nach immer neuen Verschärfungen wohl wissentlich geltendes Recht gebrochen.
Die rechtsliberale Populistin Inger Støjberg hat auf der Jagd nach immer neuen Verschärfungen wohl wissentlich geltendes Recht gebrochen.© Thomas Eisenkrätzer/dpa

15.01.202112:33

Rechtspopulismus

Dänemark: Inger Støjberg – Rechtspopulistin wegen Amtsvergehen vor „Reichsgericht“von Thomas Borchert

Dänemarks erfolgreichste Populistin Inger Støjberg kommt vor ein „Reichsgericht“. Vor drei Jahren postete sie einen Kuchenfoto, das einen Skandal auslöste.

  • Inger Støjberg war dänische Ausländerministerin.
  • Nun ist klar, dass sie sich wegen gesetzwidriger Amtsführung vor einem „Reichsgericht“ verantworten muss.
  • Sie hatte ohne Prüfung nach Dänemark geflüchtete Paare mit minderjährigen Partnern getrennt.

Kopenhagen – Als Dänemarks Ausländerministerin ließ Inger Støjberg syrische Bürgerkriegs-Flüchtlinge auf Schmuck filzen, um ein „Pfand“ für anfallende Kosten einzubehalten. Sie kündigte die Internierung abgewiesener Asylsuchender auf einer früher für die Eindämmung von Tierseuchen genutzten Insel an. Nach „ihrer“ 50. Verschärfung des Ausländerrechts präsentierte sie sich freudestrahlend mit Jubiläumstorte auf Facebook.

Weil die 47-jährige Rechtsliberale auf der Jagd nach immer neuen Verschärfungen wohl wissentlich geltendes Recht gebrochen hat, kommt sie nun vor ein „Reichsgericht“. Donnerstag entschied sich eine breite Mehrheit im Kopenhagener Parlament für die Einberufung dieses Sondergerichts bei gesetzwidriger Amtsführung durch Ministerinnen und Minister. https://www.facebook.com/v3.2/plugins/post.php?app_id=&channel=https%3A%2F%2Fstaticxx.facebook.com%2Fx%2Fconnect%2Fxd_arbiter%2F%3Fversion%3D46%23cb%3Dfdf510bfe804be%26domain%3Dwww.fr.de%26origin%3Dhttps%253A%252F%252Fwww.fr.de%252Ff200723b305213c%26relation%3Dparent.parent&container_width=803&href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2FIngerStojberg%2Fposts%2F3776223302417359&lazy=true&locale=en_US&sdk=joey&show_text=true&width=

Dänemark: Inger Støjbergs Partei Venstre musste zustimmen

Auch Inger Støjbergs in die Opposition gewechselte Partei „Venstre“ stimmte zähneknirschend dem seit 1849 nur fünfmal einberufenen Gericht – zu unmissverständlich erklärte die von der Regierung bestellte Sachverständige den Grund: Die Ministerin hat bei der Trennung von Flüchtlingspaaren mit einem minderjährigen Mädchen 2016 die zwingend vorgeschriebene Einzelfallprüfung wissentlich außer Kraft gesetzt. Sie wolle „Kinderbräute“ vor erzwungener Partnerschaft schützen, erklärte sie damals und ordnete die sofortige Trennung aller 23 in dänischen Asylcentern ermittelten Paare mit einem minderjährigen Teil an.

Inger Støjberg: „Schutz der Kinderbräute“ in Dänemark

Dabei wurden die Betroffenen weder angehört noch auf die persönlichen Verhältnisse Rücksicht genommen – wie der gemeinsamen Flucht einer 16-Jährigen mit ihrem 18-jährigen Partner. Heute erklärt Inger Støjberg: „Ich könnte mich nicht im Spiegel anschauen, wenn ich nicht alles zum Schutz der Kinderbräute getan hätte.“ Sie habe nie Anordnungen zum Bruch von Gesetzen gegeben – sieht das Reichsgericht das anders, drohen ihr bis zu zwei Jahren Haft.

Ihre simpel und brutal formulierten Initiativen gegen muslimische Zuwanderung haben der Politikerin aus Jütland einen dauerhaften Spitzenplatz bei Popularitätsumfragen beschert. Mit sicherem Gespür für den Wählergeschmack auf der Rechten erfand Inger Støjberg immer neue knallig klingende Initiativen und verbuchte unverhohlen auch Proteste dagegen als Beweis für die eigene Durchschlagskraft. (Thomas Borchert)

Und hier der weggekürzte Rest des Artikels:

 Ein Herz und eine Seele war Støjberg stets mit den Rechtsaußen von der Dänischen Volkspartei, die „Venstre“ über zwei Jahrzehnten als Mehrheitsbeschafferin zu Diensten waren. Als Gegenleistung durfte die Partei in dieser Zeit den Takt bei der immer abweisenderen Zuwanderungspolitik vorgeben. Derzeit will die Dänische Volkspartei durchsetzen, dass die heimische Staatsbürgerschaft Menschen aus muslimischen Welt komplett versperrt und nur an Zuwanderer mit einem Ehepartner aus Dänemark vergeben wird.

Allerdings ist die Partei in der Wählergunst 2019 tief abgestürzt und im Gefolge die rechte Mehrheit insgesamt gekippt. Was nicht bedeutet, dass die neue Mehrheit hinter den Sozialdemokraten dem Land eine andere Zuwanderungspolitik bescheren würden. Vielmehr hat sich deren Chefin Mette Frederiksen an der Regierungsspitze ausdrücklich auf die ausgeprägt harte und eindeutig anti-islamische Ausländerpolitik verpflichtet. Als Støjbergs Nachfolger im Fachministerium verkündet der Sozialdemokrat Mattias Tesfaye regelmäßig Initiativen ganz im Geist der Vorgängerin. Allerdings schlägt er dabei einen ruhigeren Ton an und verzichtet auf den knalligen Klang mit brutalen Formulierungen.

Dansk oversættelse af artiklen i Frankfurter Rundschau om “Predigtpolizei” på bloggen Lingoblog

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Lingoblog

Snart bliver det obligatorisk at prædike på dansk

15/01/2021 Af Thomas Borchert

Danmarks regering ønsker at gøre dansk til et obligatorisk sprog for alle prædikener i 2021. Hvis religiøse forkyndere taler til troende på et andet sprog end dansk, skal de forberede en skriftlig oversættelse til dansk og gøre den offentligt tilgængelig. Hvad den socialdemokratiske statsminister, Mette Frederiksen, retfærdiggør som en målrettet foranstaltning mod islamistiske hadprædikanter, kunne pastor Christa Hansen fra det tyske mindretal i Haderslev “bare ikke tro” i starten. Efter 23 år med tysk som sit sprog som prædikant, accepteret fra alle sider, mener hun nu: “For at sige det tydeligt minder det mig lidt om DDR, hvor mennesker med røde penne og en lille notesbog også sad i gudstjenester.”

Prædikestol

Biskop Marianne Christiansen fra Folkekirken, stadig Danmarks statskirke, føler ”censurens kolde hånd, når man overvejer sådanne tiltag.” Det hele skal ikke forstås som andet end et forsøg af staten “på at kontrollere og begrænse religiøst liv, især islam og andre religiøse mindretal.”

Dog er vi ikke helt så langt i processen endnu. Regeringen har meddelt, at der kommer et lovforslag til februar, hvis detaljer stadig er uklare. Hvor skal for eksempel oversættelserne indleveres, hvad tæller som forkyndelse, der ikke er forenelig med ”danske værdier”, og hvem kontrollerer, om oversættelserne er korrekte? Vil der være et forkyndelsespoliti?

Det er klart, at de nye pligter ikke kun skal gælde for muslimer, men også for alle andre, ofte små, religiøse samfund med andre sproglige rødder end dansk. Ellers ville forskelsbehandling af den ene religion være alt for åbenlyst. Udover det tyske mindretal i det sydlige Jylland er troende fra Grønland og Færøerne lige så berørt som katolske sogne med stærk polsk indflydelse og de mange unge kvinder fra Filippinerne, der som au pair gør det muligt for danske middelklassefamilier at leve mere komfortabelt.

I Københavns Sankt Petri-kirke har forkyndelsen været på tysk siden 1585. Rettighederne for det tyske mindretal (og omvendt for danskere i Sydslesvig), der blev aftalt i København-Bonn-erklæringen i 1955, sikrede fuldt ud retten til det respektive modersmål i det offentlige liv. Dette er en hård nød at knække for den københavnske regerings spidspolitikere, som i den pågældende paragraf må omformulere deres ultimative hårdhed overfor alt muslimsk – uden alt for åbenlyst at forskelsbehandle og krænke princippet om religionsfrihed fra forfatningen samt menneskerettighedskonventionerne.

Mattias Tesfaye

I 2019 præsenterede den nuværende udlændingeminister, Mattias Tesfaye, projektet ”Lov om prædikener på andre sprog end dansk” som et valgkampagneløfte fra socialdemokraterne: ”I dag samarbejder ikke alle moskeer med samfundet. Vi er nødt til at sikre, at de anerkendte religiøse samfund åbner sig og rapporterer om, hvad der sker hos dem i stedet for at vende samfundet ryggen.”Socialdemokraterne havde og har stadig stor succes med fuldt ud at overtage den højrepopulistiske anti-islam-dagsorden, som har domineret Danmarks politiske liv i to årtier. Det, der tæller her, er de “politiske signaler”, som altid kan måles i vælgernes støtte.

I mindre grad bliver der kigget på de konkrete resultater. Tanken om, at islamistiske hadprædikanter lydigt oversætter deres middelalderlige opfordringer til undertrykkelse af kvinder til korrekt dansk og forelægger dem til gennemgang i Kirkeministeriet, kaldte Mette Bock, den sidste borgerlige kirke- og kulturminister, “bare så dum, at det skriger til himlen”: Man bevæger sig historisk tilbage til niveauet før den danske forfatning af 1840, “da molboerne (…) i deres dumhed trampede hele marken ned for at skræmme storken væk”.

Pastor Hansen ser også pragmatisk på det: ”Ingen benægter jo problemerne med hadprædikanter. I stedet for at så mistanke mod et mindretal, bør staten endelig tilbyde imamuddannelse.”

Artiklen blev tidligere offentliggjort i Frankfurter Rundschau. Oversat af Lingoblogredaktion. Lingoblog takker Thomas Borchert for at tillade os også at bringe denne artikel her.

Thomas Borchert er journalist og forfatter. Han har skrevet om Danmark som udenlandsk korrespondent i 35 år.

Hvordan jeg bev mindet om at jeg er barn af en flygtning

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09.01.2021

Tyske flygtninge var også uønskede i deres eget hjemland

En ny bog behandler forholdene for de tyske flygtninge i Danmark lige efter Besættelsen. Danske politikere løb slalom mellem menneskelige hensyn og behovet for at legitimere, at man var gode allierede. Det er stadig, så mange år efter, en historie, der giver anledning til debat. Hvorfor mon?

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Tegning: Rasmus Sand Høyer

Thomas Borchert

Thomas Borchert tysk korrespondent

Thomas Harders stærkt anbefalelsesværdige nye bog ”De uønskede“ om de 250.000 tyske flygtninge i Danmark i 1945-1949 fik på overraskende vis mindet mig om, at jeg selv er barn af en flygtning. Ikke så meget, fordi min far som strandet og absolut uønsket tysk ubådssoldat oplevede Danmarks befrielsesdag i Korsør og straks tog flugten sydpå over grænsen – som jeg så mange år senere krydsede i modsat retning som indvandrer helt af egen fri vilje. Men fordi min far, der som 19-årig var blevet indlemmet i nazisternes gigantarmé, ved krigens afslutning var blandt de 14 millioner flygtninge, der, fordrevet fra Østprøjsen, Pommern, Schlesien osv., var præcis lige så uvelkomne vestpå i deres eget land, som 250.000 af dem blev det i Danmark. Når den indre svinehund ​nedgør udefrakommende uønskede, er det åbenbart ligegyldigt, om de har krydset et stort hav med en helt anden religion eller har samme gud og kommer fra samme land.

Harder fortæller med stærke øjenvidneberetninger om den hårde behandling af tyskerne i de danske lejre. Tilsvarende fortæller han, hvordan de internt fordrevne tyskere østfra blev modtaget af deres landsmænd: ”Tilstrømningen af nye borgere, som talte andre slags tysk og var kristne på andre måder og medbragte andre traditioner, vaner, krav og forventninger til samfundslivet end de lokale, bragte de små, traditionsbundne landbosamfund i ulave. (…) Flygtningene (…) blev derfor kaldt ”feje”, ”omflakkende”, (…) ”dovne og arbejdssky”, ”beskidte”, ”lusede” og ”loppebefængte”, ”flygtningesvin”, ”pólakker”, ”rygsæktyskere” og ”40-kilos-sigøjnere”.”

Når den indre svinehund nedgør udefrakommende uønskede, er det åbenbart ligegyldigt, om de har krydset et stort hav med en helt anden religion eller har samme gud og kommer fra samme land.

Harder citerer den danske journalist og Sydslesvig-aktivist Tage Mortensen: ”Både racemæssigt, kulturelt og åndeligt er flygtningene artsfremmede i Sydslesvig. Hovedparten er østpreussere af den slavisk-germanske blodblanding, hvis mentale indstilling har været grundlaget for al tysk erobringspolitik fra Frederik den Store til Hitler.” Min østprøjsiske far gled ind i det nye vesttyske samfund ved at assimilere sig og tie stille om sin lidt anderledes baggrund. Nu har en dansk bog skrevet med europæiske briller mindet mig om den del af familiens bagage. Tak for det.

Især var jeg spændt på Harders beretning om den ekstremt høje børnedødelighed i de danske flygtningelejre. Lægen Kirsten Lylloff udløste voldsomme diskussioner, da hun i 1999 fremlagde tal: 7.746 børn døde i de danske lejre i 1945. I forvejen svækkede og underernærede. Men også fordi Lægeforeningen blankt afviste at behandle ”de uønskede“. ”Jeg forstår og accepterer, at danskerne så tyskerne som fjender. Men hvordan kan små børn være fjender?” spurgte Lylloff. Man bemærker, hvordan visse diskussioner gentager sig.

Harder bekræfter Lylloffs forskningsresultater, men uden at fælde moralske domme. Med vid horisont indfælder han behandlingen af de tyske flygtninge i Danmarki billedet af vilde omvæltninger overalt i verden efter krigens afslutning. Skønsmæssigt 60 millioner på kaotisk flugt ud over et ødelagt Europa. Utallige mennesker døde under de mest horrible omstændigheder. I det perspektiv bliver de 250.000 tyskere i et Danmark, der er sluppet så godt som uskadt gennem krigen, for sejrherrerne ”reduceret til et problem i andet geled“, som Harder konstaterer. Lige så nøgternt skildrer han de danske politikeres slalomløb: Hvordan de nu over for sejrherrerne – efter kollaborationen med Nazityskland – forsøger at præsentere sig selv og deres land som gode allierede, også ved den hårdhændede behandling af flygtningene. For alligevel på en eller anden snedig måde at opnå den hurtigst mulige ”hjemsendelse“ af de uønskede – for hvem der jo lige så lidt mere fandtes et ”hjem“ som for mange af dagens 70 millioner flygtninge i verden.

Af og til forbinder udsagn om helt forskellige emner sig på underlig vis. For mig skete det, da jeg læste Harders bog og samtidig lyttede til ros for overholdelsen af coronarestriktionerne fra Mette Frederiksen. Hun har for tiden et umenneskeligt ansvar at bære. Men det var rystende at høre en statsminister sige: ”Vi ved nu, at i det her land, der er vi skabt af en særlig støbning.“ Harder refererer en kommentar fra Tove Ditlevsen, skrevet den 3. marts 1946 om den efter hendes mening grusomme behandling af især de tyske flygtningebørn: ”Tåbeligt at tro, det ene folk er bedre, eller blot anderledes end det andet.” Ville digteren blive hånet også nu, i coronatiden, lige så meget som dengang for afslutningen af sin kronik? ”Kom ned på jorden og bliv mennesker. Lad medfølelse, godhed og barmhjertighed igen blive andet end forældede førkrigsord.“

Bald Predigtpflicht auf Dänisch

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Kassiert Hohn und Spott: Mette Frederiksen.
Kassiert Hohn und Spott: Mette Frederiksen. © REUTERS

29.12.2020 13:12

Dänemark

Eine Art Predigtpolizei

  • von Thomas Borchert

Dänemarks Regierung will im neuen Jahr Dänisch zur Pflichtsprache bei allen Predigten erklären. Wenn religiöse Verkünder:innen aber doch mit fremder Zunge zu Gläubigen sprechen, sollen sie eine schriftliche Übersetzung ins Dänische anfertigen und öffentlich zugänglich machen. Was die sozialdemokratische Regierungschefin Mette Frederiksen als gezielte Maßnahme gegen islamistische Hassprediger begründet, konnte Pastorin Christa Hansen von der deutschen Minderheit in Hadersleben „erst mal einfach nicht glauben“. Nach 23 Jahren mit Deutsch als ihrer allseits akzeptierten Predigtsprache meint sie jetzt: „Spitz gesagt erinnert es mich ein bisschen an die DDR, wo in Gottesdiensten auch Leute mit roten Stiften und einem kleinen Notizbuch saßen.“

Ihre Bischöfin Marianne Christiansen von der protestantischen Staatskirche Dänemarks spürt „bei solchen Überlegungen die kalte Hand der Zensur.“ Das Ganze sei nicht anders zu verstehen, als ein staatlicher Anlauf „zur Kontrolle und Begrenzung des religiösen Lebens, insbesondere gegenüber dem Islam und anderen religiösen Minderheiten.“

Noch ist es nicht ganz so weit. Die Regierung hat für Februar einen Gesetzentwurf mit noch völlig unklaren Einzelheiten angekündigt. Wo etwa sollen die Übersetzungen abgeliefert werden, was gilt als nicht mit „dänischen Werten“ zu vereinbarende Verkündigung, und wer kontrolliert, ob die Übersetzungen korrekt sind? Wird es eine Predigtpolizei geben?

Klar ist, dass die neuen Pflichten neben muslimischen auch für alle anderen, oft kleinen Gemeinden mit anderen sprachlichen Wurzeln als Dänisch gelten soll. Ansonsten wäre die Diskriminierung der einen Religion allzu offensichtlich. So sind neben der deutschen Minderheit im südlichen Jütland Gläubige aus Grönland und von den Færøern genauso betroffen wie katholische Gemeinden mit starkem polnischen Einschlag und die vielen jungen Frauen von den Philippinen, die als Au Pair dänischen Mittelklassefamilien ein bequemeres Leben ermöglichen.

„Einfach so dumm“

In Kopenhagens Sankt Petri Kirche wird seit 1585 auf Deutsch gepredigt. Die 1955 in der Bonn-Kopenhagener Erklärung vereinbarten Rechte der deutschen Minderheit (und umgekehrt der dänischen im Norden Schleswig-Holsteins) sichern umfassend das Recht auf die jeweilige Muttersprache im öffentlichen Leben. Eine harte Nuss ist das für den Kopenhagener Regierungsapparat, der das Streben der politischen Spitze nach maximaler Härte gegen alles Muslimische in Paragrafen ummünzen soll, ohne allzu offensichtlich den Gleichbehandlungsgrundsatz und die Religionsfreiheit aus der Verfassung sowie den Menschenrechtskonventionen zu verletzen.

2019 hatte der jetzige Ausländerminister Mattias Tesfaye das Vorhaben „Gesetz über Predigten in anderen Sprachen als Dänisch“ als Wahlkampfversprechen der Sozialdemokraten präsentiert: „Nicht alle Moscheen arbeiten heute mit der Gesellschaft. Wir müssen sichern, dass die anerkannten Religionsgemeinschaften sich öffnen und berichten, was bei ihnen passiert, statt der Gesellschaft den Rücken zuzuwenden.“ Seine Sozialdemokraten hatten und haben durchschlagenden Erfolg mit der kompletten Übernahme der rechtspopulistischen Antiislam-Agenda, die Dänemarks politisches Leben seit zwei Jahrzehnten dominiert. Was dabei zählt, sind vor allem die „politischen Signale“, messbar immer in Wählerzuspruch.

Weniger genau wird dann bei den konkreten Resultaten hingeschaut. Die Vorstellung, dass islamistische Hassprediger brav mittelalterliche Aufrufe etwa zur Unterdrückung von Frauen in korrektes Dänisch übersetzen lassen und zur Überprüfung im Kirchenministerium abliefern, nannte die letzte bürgerliche Kirchen- und Kulturministerin Mette Bock „einfach so dumm, dass es zum Himmel schreit“: Man bewege sich historisch zurück auf das Niveau vor der dänischen Verfassung 1849, „als heimische Schildbürger noch ihre eigenen Felder zertrampelten, um den Storch zu verjagen“.

Pastorin Hansen sieht es auch pragmatisch: „Niemand bestreitet ja die Probleme mit Hasspredigern. Statt Misstrauen gegen eine Minderheit zu säen, sollte der Staat endlich eine Imamausbildung anbieten.“