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Rezension von Jennifer Egans Roman “Manhattan”

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Die postmoderne Egan überrascht mit spannendem Pageturner

Jennifer Egan erzählt in «Manhattan Beach» vom Kampf der New Yorkerin Anna um ihren Platz als Marinetaucherin im Zweiten Weltkrieg. Die bisher mit experimentierfreudigen Romanen erfolgreiche US-Autorin präsentiert hier geradeaus eine Geschichte mit Krimi-Spannung.

09.10.2018, 06:00 Uhr

 

 

Von Thomas Borchert

Gleich der erste Satz bindet die drei Hauptpersonen untrennbar für den Rest dieses spannenden Romans aneinander: «Anna merkte erst, wie nervös ihr Vater war, als sie das Haus von Mr. Styles erreichten.» Aus der Sicht der elfjährigen Tochter erzählt Jennifer Egan im Eröffnungskapitel von «Manhattan Beach» die eindeutig schicksalhafte, aber für sie unmöglich zu entschlüsselnde Begegnung mit dem reichen, mächtigen Dexter Styles an diesem Strand vor den Toren New Yorks. Dass ihr Vater Eddie, nach dem Börsencrash tief gefallen, als Handlanger für Kleinkriminelle Mitte der 30er Jahre schwer um das Überleben der Familie kämpfen muss, ist schnell klar. Aber was mag er mit reichen Dexter Styles ausgehandelt haben – oder eben auch nicht? Read the rest of this entry »

Friedensnobelpreis für den Kampf gegen sexuelle Gewalt im Krieg

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Zwei Stimmen gegen sexuelle Kriegsgewalt

Die Vergabe des Friedensnobelpreises an Nadia Murad und Denis Mukwege rückt ein Opfer und einen Arzt in den Fokus.

06.10.2018

Nobelpreis
Berit Reiss-Andersen, norwegische Komiteevorsitzende: „Der diesjährige Friedensnobelpreis ist fest verankert in den Kriterien aus Alfred Nobels Testament.“ Foto: afp

Sexuelle Gewalt gegen Frauen „als Waffe im Krieg und bei bewaffneten Konflikten“ ist genauso gefährlich für den Frieden wie Bomben und muss von der Weltgemeinschaft auch deshalb geächtet werden. Mit dieser Botschaft hat das Osloer Nobelkomitee die Vergabe des diesjährigen Friedensnobelpreises an den kongolesischen Arzt Denis Mukwege und die jesidischen Irakerin Nadia Murad begründet. Read the rest of this entry »

Dansk rekord i Sverige-bashing

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Screenshot 2018-09-30 09.39.12Et ultrakort læserbrev i Politiken, 30.9.2018:

Sverige-bashing

Thomas Borchert, København:

Man følger med beundring de stadig nye rekorder i mediesporten Sverige-bashing. Kronikøren Marianne Stridsen konkluderer (25.9.), at en ’Robbespierre med knytblusa’ i skikkelse af Svenska Akademiets afgåede sekretær Sara Danius har ’taget magten’ ved at hænge uskyldige mennesker ud ’for de frygteligste ting’. Ingen af dem skulle foreløbig være ’blevet retslig dømt for noget som helst’.

I samme udgave af avisen fortælles, at nøglefiguren i #MeToo-konflikten omkring Akademiet er fængslet frem til domsafsigelsen. Hans forsvarer forventer en fældende dom for voldtægt. Kedelige fakta.

Så er det mere underholdende at læse om Danius som ’puritansk surmulende’, den ’gale kvinde’. Tillykke, Politiken, som vært for ny rekord i Sverige-bashing.

Auf Deutsch im “Krautreporter”: Brief an meine dänischen Gastgeber über die verrückte Ausländerpolitik ihrer Politiker

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Rechte Politik

So verrückt ist es, in einem Land zu leben, in dem seit Jahrzehnten Rechtspopulisten den Ton angeben

etwa 6 Min. Lesedauer

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Liebe Dänen,

als Dauergast möchte man nicht unhöflich sein. Auch habe ich in meiner Muttersprache Deutsch eine „Gebrauchsanweisung für Dänemark“ voller Lobeshymnen geschrieben. Über meine 35 guten Jahren hier steht zum Beispiel in einem Kapitel über die Hauptstadt: „Ich bin sicher, dass du mir zu einem milderen und lebensfroheren Blick verholfen hast, Kopenhagen. Tausend Dank dafür.“ Der Satz hätte an das ganze Land adressiert sein müssen, denn so fühlt es sich an.

Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb muss ich jetzt mal ganz direkt fragen: Seid ihr verrückt geworden? Oder anders ausgedrückt: Haben eure Politiker den Verstand verloren? Mich selbst frage ich gleichzeitig, ob ich ganz neue Brillen brauche.

 

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Kronik i Jyllands-Posten: Kære danskere, hvornår stopper i tvangshåndtryk og alle de andre tosserier af jeres politikere?

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Er I da blevet vanvittige?

Hvem ved sine fulde fem ville tro mig, hvis jeg i den tyske avis skrev om alle disse vanvittige forslag fra de danske politikere. Det lyder bare for tosset.

Selvom jeg også bestod eksamen nummer to, har jeg endnu ikke indsendt min ansøgning. Et eller andet splinternyt og tosset politisk påfund får mig gang på gang til at tænke: ”Måske kører det tog alligevel uden mig”. Tegning: Rasmus Sand Høyer

 

Kære danskere,

Som gæst i jeres land vil jeg nødig være uhøflig. Til mine landsmænd syd for grænsen har jeg da også skrevet en ”brugsanvisning til Danmark”, nemlig bogen ”Gebrauchsanweisung für Dänemark”, og den er fuld af lovprisninger. Efter 35 gode år som herboende udlænding erklærer jeg f.eks. i et kapitel om hovedstaden: »Jeg er sikker på at du, København, har hjulpet mig til et mildere og gladere livssyn, tusind tak for det.« Sætningen burde være adresseret til hele landet, for det føles sådan.

Alligevel, eller netop på denne baggrund, må jeg nu spørge jer: Er I da blevet vanvittige? Er jeres politikere gået fra sans og samling? Og hvor længe vil I finde jer i det? Jeg spørger samtidig mig selv, om jeg har brug for helt nye briller.

For at fastholde opmærksomheden må politikerne finde på det ene vanvittige kunstgreb efter det andet, stadig mere radikalt og tosset end det forgående. Read the rest of this entry »

Die Rechte möbliert nun auch Schweden um

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Aus für Schwedens Sozis

Bürgerblock und Rechtspopulisten wählen Premier Löfven ab.

Schweden
Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven (vorne rechts) verliert die Vertrauensabstimmung. Foto: afp

Drei Wochen nach den Wahlen erlebt Schweden, wie die massiv gestärkten Rechtspopulisten gewohnte politische Strukturen aus den Angeln heben und die anderen Parteien ins Schwimmen bringen. Zur Eröffnung des Reichstages in Stockholm haben die aus Nazigruppen hervorgegangenen Schwedendemokraten am Dienstag den Ausschlag für die Abwahl des bisherigen sozialdemokratischen Premiers Stefan Löfven gegeben. Ihre 62 Abgeordneten verhalfen den Mitte-rechts-Parteien, die insgesamt 143 Sitze im neuen Parlament haben, zu einer Mehrheit gegenüber dem Mitte-links-Lager hinter Löfven, das über 144 Sitze verfügt.  Read the rest of this entry »

Alternative Nobelpreise 2018

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Alternativer Nobelpreis Menschenrechtler aus Saudi-Arabien geehrt

Unter den Empfängern des Alternativen Nobelpreises sind erstmals drei Saudis. Die Menschenrechtler werden in ihrem Heimatland geächtet – so wie auch die Ehrenpreisträgerin.

24. Sept. 2018

Alternative Nobelpreise
In Saudi-Arabien inhaftiert: Abdullah al-Hamid, Walid Abu al-Chair und Mohammed Fahad al-Kahtani (v. l. n. r.). Foto: dpa

Sie sollen zeigen, dass es trotz der Flut entmutigender Schlagzeilen über Umweltzerstörung, Demokratieabbau, Nationalismus und globale Raffgier auch anders geht: Die Alternativen Nobelpreise gehen in diesem Jahr an drei Menschenrechtler aus Saudi-Arabien sowie einen afrikanischen Bauern und einen australischen Agrarwissenschaftler für ihre nachhaltig funktionierenden Konzepte. Sie teilen sich die Preissumme der Stockholmer Stiftung Right Livelihood Award von umgerechnet 290 000 Euro. Den nicht dotierten Ehrenpreis bekommt eine erfolgreiche Korruptionsjägerin aus Guatemala zusammen mit ihrem kolumbianischen Mitstreiter. Read the rest of this entry »