Dänemark

Sozialdemokraten locken verlorene Stammwähler mit Rentenversprechen

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Frederiksen will mit Dänemarks Sozialdemokraten die Regierungsmacht zurückerobern.

Dänemark

Volksrente als Wahlkampfhit

  • vonThomas Borchert

Wer hart schuftet, darf früher in den Ruhestand: Dänemarks Sozialdemokraten werben für eine solche Reform.

Ein neues Recht auf frühere Volksrente für alle, die sie am dringendsten brauchen.“ Mit diesem Wahlkampfversprechen schicken sich Dänemarks Sozialdemokraten an, bei den bis spätestens Juni anstehenden Parlamentswahlen die Regierungsmacht zurückzuerobern. So gut hat die Initiative von Oppositionschefin Mette Frederiksen für Berufsgruppen mit körperlich ausgeprägt harter Arbeit wie Maurer und andere Handwerker, Pflegepersonal oder etwa Arbeiter in den enormen Fischerei- und Schlachtfabriken zwischen Nord- und Ostsee eingeschlagen, dass die starken Rechtspopulisten aus dem Regierungslager eilig Zustimmung signalisieren.

Dänemarks Banken beten: “Gott bewahre die Tilgungsfreiheit

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31. Januar 2019

Dänen verschulden sich hemmungslos

  • von Thomas Borchert

In Dänemark, dem Land mit der höchsten Privatverschuldung der Welt, locken Banken nun mit Krediten, die 30 Jahre tilgungsfrei sind.

Königin Margrethe schließt ihre Neujahrsansprachen unweigerlich mit „Gott bewahre Dänemark!“, was landesweit als Startschuss für die Silvesterparty gilt. Im Land mit der höchsten Privatverschuldung der Welt trägt das Standardwerk zum Thema den schönen Titel „Gott bewahre die Tilgungsfreiheit!“. Autor Magnus Barsøe hat ihn sarkastisch auf dem Hintergrund der massiven Welle für zehn Jahre tilgungsfreie Immobilienkredite bis zum Finanzcrash und auch danach gewählt. Jetzt seufzt Barsøe aus neuem Anlass: „Man fasst sich an den Kopf.“

In diesen Monaten konkurrieren die Banken und ihre Ableger im Immobiliengeschäft um Kundschaft für Kredite mit gleich 30 Jahren ausschließlicher Zahlung von Gebühren und Zinsen für die „eigenen“ vier Wände. Das Interesse sei enorm, verkündete Totalkredit, das größte dänische Realkreditinstitut. Man wende sich vor allem an „wohlsituierte Interessenten jenseits der 60“. Deren Kalkül, nach der bevorstehenden Verrentung den Lebensstandard mit Haus, Sommerhaus und all den schönen Reisen unverändert beizubehalten, geht nur bei anhaltend niedrigen Zinsen auf. Das scheint die lebensfrohen Dänen nicht abzuschrecken: Totalkredit meldet besonders hohes Interesse an tilgungsfreien Krediten mit dem höchsten Zinsrisiko. Das Zittern wird der Erbengeneration überlassen.

Die wiederum schon lange gar nicht mehr anders kann, als im Wettkampf um Wohnraum bei immer weiter kletternden Preisen das Abstottern von Schulden zumindest zehn Jahre aufzuschieben. Etwas mehr als die Hälfte aller dänischen Immobilienkredite werden auf diese Art abgewickelt. Das war in den Boomjahren vor dem Crash 2008 so, und das ist nach einem leichten Knick wieder genauso. Ein dänischer Privathaushalt schuldet laut OECD im Durchschnitt 280 Prozent des jeweiligen Netto-Jahreseinkommens. In Deutschland beträgt diese Quote 93 Prozent.

Auch volkswirtschaftlich ist das Risiko mit der ausgeprägten Schuldenfreude beachtlich. Die dänischen Privatschulden entsprechen 117 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, in Deutschland sind es 52 Prozent. Im bevorstehenden Wahlkampf für das „Folketing“ wird dieses Roulette wieder keine Rolle spielen. Es ist geradezu tabu für die Mainstreamparteien, weil sich einfach zu viele Wähler aus der Mittelklasse als Gewinner im Kredit-Casino sehen. „Alle wissen, dass die Tilgungsfreiheit die Verschuldung und das Risiko für einen Kollaps hochtreibt sowie die Immobilienpreise aufbläst,“ sagt Barsøe. Trotzdem sichern die Politiker ab, was er im Untertitel seines Buches als unselige Einheit benennt: „Die verschuldeten Dänen und da goldene Zeitalter der Banken“.

Støjberg&Co. lachen über die Menschenrechte

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„Es ist egal, ob wir Konventionen verletzen“

Dänemarks Regierung will ein Internierungslager für „kriminelle Ausländer“ auf einer abgelegenen Insel einrichten.

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Dänemark
Harte Linie: Immigrationsministerin Inger Støjberg. Foto: afp

Das dänische Regierungslager zieht in den Wahlkampf mit der Entscheidung, „kriminelle Ausländer“ auf einer kleinen Insel zu internieren, die bisher zur Erforschung von Tierseuchen dient. Gegen diesen Plan mit extrem brutaler Symbolik haben mehr als zehntausend Bürger in Kopenhagen und anderen Städten unter dem Motto „Es reicht! Bewahr die Menschenrechte, Dänemark!“ demonstriert. Ausländerministerin Inger Støjberg sagte bei einem Ortstermin auf der für die Öffentlichkeit gesperrten Insel Lindholm rund 100 Kilometer südlich von Kopenhagen, die Betroffenen sollten hier „zu spüren bekommen, dass sie in Dänemark unerwünscht sind“. Read the rest of this entry »

Verrückt: Dänische Nationalisten bestrafen jetzt auch Arbeit im Ausland

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Migration: Dänemark schottet sich ab

Die dänische Regierung tut alles, um Fremde fernzuhalten. Diese Politik trifft nun auch im Ausland lebende Dänen. Die Analyse.

Der dänische Arbeitsminister Troels Lund Poulsen. Foto: Philip Davali (imago stock&people)

Liebe Dänen, lasst bloß die Finger von Jobs bei den Fremden im Ausland!“ Das muss wohl die Botschaft der Kopenhagener Regierung und ihrer rechtspopulistischen Partner mit dem jüngsten Einfall zur Abschottung des heimisch

en Arbeitsmarktes sein. Ab Neujahr wird bei allen Anträgen auf Arbeitslosengeld geprüft, wer in den zurückliegenden acht Jahren mehr als ein Gehalt von ausländischen Arbeitgebern – außerhalb des Königreichs und der EU – bezogen hat. Ist das der Fall, gibt es sieben Jahre „Quarantäne“, auch wenn die Betroffenen ununterbrochen in die heimische Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben.

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“Wonderful Copenhagen”: Geldwäsche, Millionen-Unterschlagung von Spitzenbeamten und ein Regierungschef, der auch Boxershorts dienstlich abrechnet

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Korruption: Es stinkt gewaltig in Dänemark

Korruption und Vetternwirtschaft an allen Ecken und Enden: Die Dänen verspielen ihren guten Ruf. Was ist da los? Die Analyse.

Es ist wohl mehr faul im Staate Dänemark, als schon Hamlet befand: Eine Spitzenbeamtin der Sozialbehörde hat, so die Mitteilung des Hauses, über 16 Jahre hinweg nach und nach unbehelligt mindestens 111 Millionen Kronen (15 Millionen Euro) aus einem Sonderfonds für die Ärmsten auf Privatkonten abgezweigt. Dass die 64- Jährige damit ihrem für Staatsbedienstete eigentlich schwer finanzierbarem Hobby Pferdezucht frönen könnte, ermöglichten auch diskrete Dienste der Danske Bank. Sie stellte der jetzt weltweit von Interpol gesuchten Dänin keine Fragen über die Herkunft der märchenhaft hohen Einzahlungen.

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Auf Deutsch im “Krautreporter”: Brief an meine dänischen Gastgeber über die verrückte Ausländerpolitik ihrer Politiker

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Rechte Politik

So verrückt ist es, in einem Land zu leben, in dem seit Jahrzehnten Rechtspopulisten den Ton angeben

etwa 6 Min. Lesedauer

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Liebe Dänen,

als Dauergast möchte man nicht unhöflich sein. Auch habe ich in meiner Muttersprache Deutsch eine „Gebrauchsanweisung für Dänemark“ voller Lobeshymnen geschrieben. Über meine 35 guten Jahren hier steht zum Beispiel in einem Kapitel über die Hauptstadt: „Ich bin sicher, dass du mir zu einem milderen und lebensfroheren Blick verholfen hast, Kopenhagen. Tausend Dank dafür.“ Der Satz hätte an das ganze Land adressiert sein müssen, denn so fühlt es sich an.

Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb muss ich jetzt mal ganz direkt fragen: Seid ihr verrückt geworden? Oder anders ausgedrückt: Haben eure Politiker den Verstand verloren? Mich selbst frage ich gleichzeitig, ob ich ganz neue Brillen brauche.

 

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Krumme dänische Bankgeschäfte mit russischem Schwarzgeld

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Geldwäsche: Es kommt immer dicker

Die Danske Bank versinkt noch tiefer im Geldwäsche-Skandal mit russischen Kunden. Nun wird auch in Estland und Dänemark gegen die Traditionsbank ermittelt.

5. September 2018

Danske Bank in Talinn, Estland
Die unter dem Strich genannten Beträge für die dubiosen Geschäfte der Danske Bank zwischen 2015 und 2017 stiegen mit jeder Enthüllung immer weiter in die Höhe. Foto: rtr

Die traditionsreiche Danske Bank in Kopenhagen rutscht immer tiefer in einen der möglicherweise größten europäischen Geldwäsche-Skandale. Wie die Zeitung „Berlingske Tidende“ am Mittwoch nach Einsicht in interne Untersuchungspapiere aus der Bank berichtete, sollen allein im Jahr 2013 über deren Tochter in Estland umgerechnet 30 Milliarden Dollar (25,8 Milliarden Euro) aus dubiosen russischen Quellen transferiert worden sein. Das Blatt nannte genau wie kurz zuvor die „Financial Times“ mit gleichlautenden Zahlen als Quelle ein „Leck“ aus einer von der Danske Bank angekündigten Untersuchung dieser seit Jahren im Prinzip bekannten illegalen Geldströme.

Deren Umfang aber wäre nach den neuen Zahlen um ein Mehrfaches höher als bisher angenommen. Er übertrifft auch bei weitem die von der Deutschen Bank 2017 eingeräumte Wäsche von rund zehn Milliarden Dollar an russischem Schwarzgeld. Als Strafe musste das größte deutsche Geldhaus  630 Millionen Dollar an die Finanzbehörden in den USA und Großbritannien überweisen. Read the rest of this entry »