Dänemark

Verrückt: Dänische Nationalisten bestrafen jetzt auch Arbeit im Ausland

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Migration: Dänemark schottet sich ab

Die dänische Regierung tut alles, um Fremde fernzuhalten. Diese Politik trifft nun auch im Ausland lebende Dänen. Die Analyse.

Der dänische Arbeitsminister Troels Lund Poulsen. Foto: Philip Davali (imago stock&people)

Liebe Dänen, lasst bloß die Finger von Jobs bei den Fremden im Ausland!“ Das muss wohl die Botschaft der Kopenhagener Regierung und ihrer rechtspopulistischen Partner mit dem jüngsten Einfall zur Abschottung des heimisch

en Arbeitsmarktes sein. Ab Neujahr wird bei allen Anträgen auf Arbeitslosengeld geprüft, wer in den zurückliegenden acht Jahren mehr als ein Gehalt von ausländischen Arbeitgebern – außerhalb des Königreichs und der EU – bezogen hat. Ist das der Fall, gibt es sieben Jahre „Quarantäne“, auch wenn die Betroffenen ununterbrochen in die heimische Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben.

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“Wonderful Copenhagen”: Geldwäsche, Millionen-Unterschlagung von Spitzenbeamten und ein Regierungschef, der auch Boxershorts dienstlich abrechnet

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Korruption: Es stinkt gewaltig in Dänemark

Korruption und Vetternwirtschaft an allen Ecken und Enden: Die Dänen verspielen ihren guten Ruf. Was ist da los? Die Analyse.

Es ist wohl mehr faul im Staate Dänemark, als schon Hamlet befand: Eine Spitzenbeamtin der Sozialbehörde hat, so die Mitteilung des Hauses, über 16 Jahre hinweg nach und nach unbehelligt mindestens 111 Millionen Kronen (15 Millionen Euro) aus einem Sonderfonds für die Ärmsten auf Privatkonten abgezweigt. Dass die 64- Jährige damit ihrem für Staatsbedienstete eigentlich schwer finanzierbarem Hobby Pferdezucht frönen könnte, ermöglichten auch diskrete Dienste der Danske Bank. Sie stellte der jetzt weltweit von Interpol gesuchten Dänin keine Fragen über die Herkunft der märchenhaft hohen Einzahlungen.

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Auf Deutsch im “Krautreporter”: Brief an meine dänischen Gastgeber über die verrückte Ausländerpolitik ihrer Politiker

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Rechte Politik

So verrückt ist es, in einem Land zu leben, in dem seit Jahrzehnten Rechtspopulisten den Ton angeben

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Liebe Dänen,

als Dauergast möchte man nicht unhöflich sein. Auch habe ich in meiner Muttersprache Deutsch eine „Gebrauchsanweisung für Dänemark“ voller Lobeshymnen geschrieben. Über meine 35 guten Jahren hier steht zum Beispiel in einem Kapitel über die Hauptstadt: „Ich bin sicher, dass du mir zu einem milderen und lebensfroheren Blick verholfen hast, Kopenhagen. Tausend Dank dafür.“ Der Satz hätte an das ganze Land adressiert sein müssen, denn so fühlt es sich an.

Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb muss ich jetzt mal ganz direkt fragen: Seid ihr verrückt geworden? Oder anders ausgedrückt: Haben eure Politiker den Verstand verloren? Mich selbst frage ich gleichzeitig, ob ich ganz neue Brillen brauche.

 

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Krumme dänische Bankgeschäfte mit russischem Schwarzgeld

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Geldwäsche: Es kommt immer dicker

Die Danske Bank versinkt noch tiefer im Geldwäsche-Skandal mit russischen Kunden. Nun wird auch in Estland und Dänemark gegen die Traditionsbank ermittelt.

5. September 2018

Danske Bank in Talinn, Estland
Die unter dem Strich genannten Beträge für die dubiosen Geschäfte der Danske Bank zwischen 2015 und 2017 stiegen mit jeder Enthüllung immer weiter in die Höhe. Foto: rtr

Die traditionsreiche Danske Bank in Kopenhagen rutscht immer tiefer in einen der möglicherweise größten europäischen Geldwäsche-Skandale. Wie die Zeitung „Berlingske Tidende“ am Mittwoch nach Einsicht in interne Untersuchungspapiere aus der Bank berichtete, sollen allein im Jahr 2013 über deren Tochter in Estland umgerechnet 30 Milliarden Dollar (25,8 Milliarden Euro) aus dubiosen russischen Quellen transferiert worden sein. Das Blatt nannte genau wie kurz zuvor die „Financial Times“ mit gleichlautenden Zahlen als Quelle ein „Leck“ aus einer von der Danske Bank angekündigten Untersuchung dieser seit Jahren im Prinzip bekannten illegalen Geldströme.

Deren Umfang aber wäre nach den neuen Zahlen um ein Mehrfaches höher als bisher angenommen. Er übertrifft auch bei weitem die von der Deutschen Bank 2017 eingeräumte Wäsche von rund zehn Milliarden Dollar an russischem Schwarzgeld. Als Strafe musste das größte deutsche Geldhaus  630 Millionen Dollar an die Finanzbehörden in den USA und Großbritannien überweisen. Read the rest of this entry »

Wie Lehrer sich gegen neoliberalen Wahnsinn an dänischen Schulen wehren

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“Der Pauker”: Kampf gegen die Schulreform

Gewerkschaftschef Anders Bondo Christensen hat den Angriffen gegen die Arbeitsbedingungen der Lehrer in Dänemark die Stirn geboten. Im Herzen ist er der engagierte Pädagoge geblieben.

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Mathelehrer Anders Bondo Christensen ist zur Symbolfigur für alle geworden, die den neoliberalen Umbau der Gesellschaft nicht wie ein Naturgesetz hinnehmen wollen. Foto: imago

 

Es klingt wie Ostblock kurz vor Stalins Tod, ist aber Dänemark, das Land mit dem angeblich glücklichsten Volk der Welt: Vier Wochen lang sperren die kommunalen Arbeitgeber alle Lehrer aus und überweisen kein Gehalt. Die Pädagogen an den „Folkeskoler“, der Gesamtschule von der ersten bis zur zehnten Klasse, sollen per Tarifvertrag zu deutlich mehr Unterrichtsstunden bei voller Anwesenheit in der Schule von 8 bis 16 Uhr gezwungen werden. Die Lehrer trotzen dieser ersten und einzigen Angriffsaussperrung der dänischen Geschichte standhaft, ihre Gewerkschaft verweigert die Unterschrift. Am Ende verfügt die eigentlich zu Neutralität verpflichtete Kopenhagener Regierung per Zwangsgesetz das gewünschte Resultat. Kurz danach kann sie eine Schulreform verkünden: Mehr Unterricht, jetzt in Ganztagsschulen, mit tausenden bis ins letzte Detail festgelegten Richtlinien. Read the rest of this entry »

Dänemark und die Sklaverei: Bis heute nach Kräften verdrängt

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Statue des Anstoßes

Mary Thomas führte 1878 auf der Karibikinsel St. Croix einen gewaltsamen Aufstand gegen die dänischen Kolonialherren an. Ihre Statue in Kopenhagen lenkt nun die Aufmerksamkeit auf ein düsteres Kapitel der Geschichte des Königreiches. Selbst FR-Korrespondent Thomas Borchert ist in gewisser Hinsicht darin verstrickt.

 

Denkmal
Denkmal für eine starke Frau – oder Mahnung an die Dänen, sich endlich ihrer Kolonialgeschichte zu stellen? Foto: Borchert

Unser Hochzeitsfest war in vollem Gange, da murmelte mir die Schwägerin wie beiläufig ins Ohr: „Du weißt schon, dass das hier ein Sklavenhalter-Bau ist?“ Mit hier meinte sie das Haus in der Strandgade 46, wo wir damals lebten und auch unsere Vermählung feierten. Nein, das hatte ich bis zu diesem Moment nicht gewusst. Und die Neuigkeit stimmte mich frisch zugewanderten Neu-Kopenhagener, der ich in meiner Begeisterung über all die unwiderstehlich fröhlichen Dänen schwelgte, zunächst auch nicht besonders nachdenklich. Obwohl die Schwägerin noch angefügt hatte: „Reich geworden sind sie hier ja alle durch die Sklaverei.“ So auch der Erbauer und erste Bewohner dieses Hauses namens Andreas Bjørn.

Die erwähnte Hochzeit war Anfang der achtziger Jahre – und nun, dreieinhalb Jahrzehnte später, hat mich der strenge Blick der schwarzen Mary Thomas, genannt Queen Mary, quer über den Hafen Richtung Strandgade mit Macht zurückgetrieben zu den Ursprüngen meines ersten Kopenhagener Domizils. Seit dem Frühjahr thront die einstige Plantagenarbeiterin von der Karibikinsel St. Croix als sieben Meter hohe Statue vor dem „Westindischen Lagerhaus“. Sie führte 1878 einen höchst gewaltsamen Aufstand gegen die dänischen Kolonialherren an, weil sich auch Jahrzehnte nach der formellen Abschaffung der Sklaverei kaum etwas zum Besseren geändert hatte.  Read the rest of this entry »

Dänisches Burkaverbot ist absurdes Theater

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Dänemark drückt Burkaverbot durch

Ab sofort müssen rund 150 vollverschleierte Frauen mit Strafen rechnen.

Einkaufen mit Nikab
Das geht in Zukunft nicht mehr straffrei: Fürs Einkaufen mit Nikab muss Ayah, 37, jetzt zahlen. Foto: rtr

Die 130 Weihnachtsmänner mit ihren dicken Rauschebärten haben sich vor einer Woche eventuell zum letzten Mal zu ihrem jährlichen „Weltkongress“ in Kopenhagen versammelt. Ab heute gilt in Dänemark ein „Bedeckungsverbot“, vom Folketing vor der Sommerpause beschlossen und laut Justizministerium ausdrücklich auch gegen künstliche Bärte gerichtet, die das Antlitz unkenntlich machen. Dass in den Politikerreden und Schlagzeilen immer nur vom Burkaverbot die Rede war, kann mit der Zahl der Betroffenen nichts zu tun haben. Sie entspricht der der Rauschebartträger beim Weltkongress punktgenau: Im Königreich Dänemark tragen nach offiziellen Schätzungen zwischen 100 und 200 Frauen eine Burka oder den nun ebenfalls verbotenen Nikab. Read the rest of this entry »