Dänemark

Das Bauklötzewunder ist erstmal vorbei

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Gar nicht mehr alles super bei Lego

Der dänische Klötzchenhersteller muss erstmals seit vielen Jahren Umsatzeinbußen verkraften – jetzt sind neue Spielideen gefragt.

7. März 2018

 

Thomas Panke
Thomas Panke, Klötzchen-Händler aus Frankfurt, weiß genau, welche Fehler Lego gemacht hat. Foto: Boeckheler

Lego-Händler Thomas Panke haben all die Geburtsfehler am aktuellen Flaggschiff der Technic-Serie, dem gewaltigen Allrad-Abschleppwagen 42070, so erbost, dass er ihn seinen Kunden nicht zumuten mag: „Ich war fassungslos. Dieser merkwürdige blaue Laster ist einfach viel zu schlecht und mit 250 Euro auch zu teuer.“ In seinem kleinen Laden „Held der Steine“ in Frankfurt-Sachsenhausen, wo es alles für Lego-Nerds und sonst nichts zu kaufen gibt, ist der Bausatz aus dem Sortiment gestrichen. Der 37-jährige Inhaber und begeisterte Klötzebauer findet das Modellprogramm aus dem vergangenen Jahr insgesamt enttäuschend. Wenn er hinzufügt, das sei „hoffentlich ein Weckruf“, meint er das in ganz anderen Dimensionen. Um acht Prozent auf umgerechnet 4,8 Milliarden Euro ist 2017 weltweit der Verkauf von Bausätzen mit den dänischen Plastikklötzen gesunken, wie Legos neuer Konzernchef Niels Christiansen am Dienstag

Jetzt kommt die Zwei-Klassenjustiz gegen Zuwanderer bei den Dänen

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Dänemark diskriminiert per Gesetz

Die Regierung in Kopenhagen will Straftaten von Zuwanderern zukünftig in „Ghettos“ doppelt hart ahnden.

Lars Lokke Rasmussen
Erster Mann im Staat: Dänemarks Premier Lars Lokke Rasmussen. Foto: rtr

Dänische Gerichte müssen für Straftaten in Wohngebieten mit hoher Zuwandererdichte demnächst doppelt so harte Strafen verhängen wie überall sonst im Land. Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen sagte vor der Präsentation einer entsprechenden „Ghetto-Initiative“ am Donnerstag zum Vorwurf, seine Regierung setze damit die Gleichbehandlung aller Bürger vor dem Gesetz außer Kraft: „Das erkenne ich uneingeschränkt an.“

Es sei aber durch die Ausbreitung von Parallelgesellschaften in Vierteln mit mehrheitlich nicht-westlichen Zuwanderern durch Kriminalität und anderen Problemen „fünf vor zwölf“ und auch „das Dänentum in Gefahr“: „Da haben wir uns gefragt, ob wir die Möglichkeit zu angemessener Diskriminierung auf Basis objektiver Kriterien haben. Ja, die haben wir.“ Die frühere Integrationsministerin Birthe Rønn Hornbech aus Rasmussens eigener liberaler Partei meinte: „Mir ist das unbegreiflich. Es klingt wie die Einführung des Ausnahmezustandes.“

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Dänemark: Sozialdemokraten Vorreiter bei der Abschaffung des Asylrechts

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Dänische Genossen wollen Asyl abschaffen

Die dänischen Sozialdemokraten planen, Flüchtlinge gar nicht mehr ins Land lassen. Dafür gibt es Applaus von der Volkspartei.

24. Februar 2018

Mette Frederiksen

Dänemark schickt seine Flüchtlinge, alle neu angekommenen und die vielen schlecht integrierten, in den Osten von Afrika. Sie leben nach dänischem Recht in einer zu diesem Zweck errichteten Containerstadt für 300 000 Bewohner an der Küste von Mosambik, eingezäunt und streng bewacht. Das Gelände hat die Kopenhagener Regierung für 99 Jahre gepachtet.

Kaspar Colling Nielsen erzählt davon in seinem dystopischen Zukunftsroman „Der europäische Frühling“. Ein Bestseller. Drei Monate nach dem Erscheinen haben die Sozialdemokraten jetzt für den näher rückenden Wahlkampf ein Programm zur Ausländerpolitik vorgelegt, zu dem der Autor auf Facebook meint: „Wie aus meinem Roman gepflückt.“ Im Roman ist Parteichefin Mette Frederiksen auch Ministerpräsidentin und erntet rasenden Beifall für ihre Brandreden gegen Muslime, die sich nicht von Terror distanzieren. In der Kopenhagener Gegenwart hat die 40-Jährige nach allen Umfragen beste Aussichten auf den baldigen Wechsel von der Opposition an die Regierungsspitze, erst recht mit ihrer Ankündigung, das Asylrecht auf dänischem Boden komplett abzuschaffen.

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Korruptionsverdacht in Dänemark: “Der Fisch stinkt vom Kopf her”

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Gratis-Urlaub für den Premier

Der dänische Regierungschef Lars Løkke Rasmussen steht unter Korruptionsverdacht. Eine Woche lang hat er ein Ferienhaus im edlen Badeort Skagen gratis bewohnt.

7. Februar 2018

Rasmussen
Rasmussen logierte eine Woche lang gratis im Ferienhaus eines „Fischereikönigs“. Foto: rtr

Man wird ja wohl noch einen „total harmlosen“ Geschenkgutschein zum 50. Geburtstag einlösen dürfen! Und warum solle er sich des „Fischerfreundes aus Thyborøn“ an der rauen Nordsee schämen? Dänemarks Regierungschef Lars Løkke Rasmussen hält die Rolle der lebensfroh volksnahen und grundlos verfolgten Unschuld ungerührt und populistisch textsicher durch. Indessen fragen sich immer mehr Bürger, ob sie sich in ihrem laut der NGO Transparency International am wenigsten korrupten Land der Welt am Ende einen korrupten Regierungschef leisten. Das hässliche Sprichwort „Der Fisch stinkt vom Kopf her“ kennen die Skandinavier eigentlich gar nicht. Read the rest of this entry »

Dänische Richter strafen Facebook-Mobber hart ab

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Haftstrafen für digitales Mobbing mit Sexvideo

Folgenschwerer Klick: Tausend Dänen droht eine Anklage und eine Vorstrafe, weil sie via Facebook ein Amateur-Sexvideo mit 15-Jährigen weiterverbreitet haben.

7. Februar 2018

Mobbing
Wer von Cyber-Mobbing betroffen ist, leidet manchmal ein Leben lang darunter (Symbolbild). Foto: Imago

Auf tausend junge Dänen kommen Gefängnisstrafen und gravierende Folgen für ihre berufliche Zukunft zu, weil sie via Facebook ein Amateur-Sexvideo mit 15-Jährigen weiterverbreitet haben. Die Weichen dafür sind jetzt mit harten Urteilen bei zwei Pilotverfahren gegen einen 20- Jährigen und einen 19- Jährigen gestellt worden: Die Gerichte in Randers und im Kopenhagener Vorort Lyngby verurteilten sie wegen der Weiterverbreitung von Kinderpornografie zu 40 bzw. 30 Tagen Haft auf Bewährung. Read the rest of this entry »

Die Populisten-Herrschaft über Dänemark wackelt – wenigstens ein bisschen

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Der dänische Regierungschef kündigt nach Jahren die Kooperation mit den Rechten auf, aber den Diskurs in dem Land haben sie längst nachhaltig vergiftet. Eine Analyse von Thomas Borchert.

11. Januar 2018

Dänemark
Dänemarks Rechte übertrumpfen sich immer wieder selbst mit dem Wunsch nach Härte gegen Migranten. Foto: AFP

Aus Kopenhagen kommen kurz nach der Jahreswende überraschende Nachrichten für alle Freunde des weltoffenen, freundlichen Dänemark, die schwer fassen können, dass dieses Land mit Ungarn, Polen und neuerdings Österreich um die hässlichste Zuwanderungspolitik in Europa konkurriert: Regierungschef Lars Løkke Rasmussen hat die bisherige Geschäftsgrundlage mit seinen Mehrheitsbeschaffern von der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei (DF) aufgekündigt. Erst mal jedenfalls. Read the rest of this entry »

Interview zur #metoo-Revolution in Schweden

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 krautreporter.de:
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Warum hat #metoo ausgerechnet in Schweden so gezündet, wo doch die Frauen eigentlich schon viel mehr erreicht haben als fast überall sonst auf der Welt?

Mich hat das auch überrascht. Aber auch das schwedische Rechtswesen beschützt ja nicht ausreichend gegen sexuelle Übergriffe. Wir haben hier im Alltag genau wie Frauen überall unsere individuellen Strategien, um zurechtzukommen. Man sagt sich gegenseitig, setz dich bloß nicht neben den und den beim Betriebsfest. Pass auf, dass du nicht mit dem und dem spät abends irgendwo allein bist. Du weißt, wie man jemandem abwehrend die Hand gibt, der einen Ruf als Grapscher hat. Read the rest of this entry »