China

Alternativer Nobelpreis an Greta Thunberg

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Greta Thunberg, hier bei einem Auftritt im Juli in Berlin, ist auch für den Friedensnobelpreis im Gespräch.

Auszeichnung

Alternativer Nobelpreis: Greta Thunberg hat eine „unglaubliche Leistung“ vollbracht

von Thomas Borchert

Der 40. Alternative Nobelpreis geht an drei Frauen und einen Mann, die gegen alle Anfeindungen für eine bessere Welt streiten.

Die Entscheidung, Greta Thunberg den Alternativen Nobelpreis zu verleihen, war schon gefallen, als die 16-jährige Klimaaktivistin in der New Yorker UN-Zentrale die versammelten Machtpolitiker in unvergesslichen vier Minuten zornbebend anfuhr: „Wir stehen am Beginn eines Massensterbens, und alles, worüber ihr sprechen könnt, sind Geld und Märchen von ewigem Wirtschaftswachstum. Wie könnt ihr es wagen?“ Am selben Ort und keine 24 Stunden vor der Preisverkündung in Stockholm zeigten, wenngleich unfreiwillig, auch die wüsten Attacken des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro gegen „radikal extremistische“ Umweltschützer, „klimabesessene“ Medien und „neokolonialistische“ Fürsprecher indigener Amazonasstämme, dass die Stockholmer Jury wohl einen Nerv getroffen hat.

Denn zu den am Mittwoch verkündeten vier Preisträgern des 40. „Right Livelihood Award“ gehört auch Davi Kopenawa vom Volk der Yanomami aus dem Amazonasgebiet. Er wird ausgezeichnet für den jahrzehntelangen Kampf für sein indigenes Volk und damit gegen die Zerstörung des Amazonas-Regenwalds durch wirtschaftliche Ausbeutung. Die „Berührung mit der Zivilisation“ seit den 80er Jahren hat ein Fünftel aller Yanomami das Leben gekostet. Ole von Uexküll, Direktor der Right-Livelihood-Stiftung, hebt im FR-Interview gegen diesen düsteren Hintergrund immer wieder sehr handfeste Erfolge von Preisträgern heraus. Kopenawa, der sein Geburtsjahr mit „etwa 1956“ angibt, habe entscheidend daran mitgewirkt, dass 1992 eine Fläche zweimal so groß wie die Schweiz als Schutzgebiet für sein Volk ausgewiesen wurde. Read the rest of this entry »

China verhöhnt die Menschenrechte und schwedische Diplomaten helfen mit

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Plakate erinnern in Hongkong an den verschleppten Gui Minhai (r.) und seinen Buchhändlerkollegen Lee Bo (l.).

China

„Du bist verdammt, wenn du nicht schweigst“

  • von Thomas Borchert

Die Tochter eines politischen Häftlings in China ist von den Worten der zuständigen schwedischen Botschafterin entsetzt.

Soll man zur Einkerkerung des eigenen, vermutlich schwer kranken Vaters als politischer Gefangener in China schweigen, um vielleicht die Chancen auf seine Freilassung zu verbessern?

„Du bist verdammt, wenn du es tust und verdammt, wenn du es nicht tust,“ hat die 24- jährige Angela Gui dazu ausgerechnet aus dem Mund von Schwedens Botschafterin in Peking gehört. Die Regierung in Stockholm hat den schwedischen Staatsbürger Gui Minhai (54) seit seiner Entführung nach China 2015 nicht freibekommen. Botschafterin Anna Lindstedt sagte diesen Satz Ende Januar Seite an Seite mit ominösen chinesischen „Geschäftsleuten“ bei einem von ihr arrangierten Geheimtreffen in einem Stockholmer Hotel. Read the rest of this entry »

Trump, Putin und Erdogan lassen Rüstungskonzerne aufblühen

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Sipri-Bericht: USA dominieren das globale Waffengeschäft

Der Umsatz der 100 größten Rüstungsproduzenten steigt weltweit auf fast 400 Milliarden Dollar. Die USA stellen fünf der weltweit zehn größten Rüstungskonzerne.

10. Dezember 2018

Donald Trump
Donald Trump posiert für die Fotografen inmitten von Navy-Angehörigen in Philadelphia. Fürs Militär gibt der US-Präsident gerne Geld aus. Foto: rtr

Der aggressive Kurs von Staatenlenkern wie Donald Trump, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan füllt die Auftragsbücher der Rüstungskonzerne. Nach der neuen Zusammenstellung des Friedensforschungsinstituts Sipri (Stockholm International Peace Research Institute) ist der Umsatz der 100 größten Waffenschmieden der Welt 2017 um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Das ist das dritte Plus in Folge. Seit 2002 wuchs der Umsatz um 44 Prozent auf 398 Milliarden Dollar (350 Milliarden Euro) im vergangenen Jahr. Auch die deutschen Unternehmen legten kräftig zu. Read the rest of this entry »