Rüstungswettlauf

Sipri-Interview zu Corona und Militärausgaben

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Wird die Bestellung von Eurofightern vorgezogen? dpa

Interview

„Viele werden ihre Militärhaushalte kürzen“

  • von Thomas Borchert

Sipri-Forscher Pieter Wezeman zu den Folgen der Pandemie für die globalen Rüstungsausgaben.

Herr Wezemann, wird die Corona-Pandemie den Anstieg der Militärhaushalte fast überall auf der Welt stoppen?

Natürlich werden die Länder weniger zum Ausgeben haben und viele ihre Militärhaushalte kürzen. Aber es gibt auch gegenläufige Tendenzen. In Frankreich zum Beispiel sagte das Verteidigungsministerium, nein, man müsse jetzt im Gegenteil mehr Geld vor allem für die militärische Ausrüstung bereitstellen. Denn Hilfe für die Rüstungsindustrie bedeute Hilfe für die Wirtschaft insgesamt. In Deutschland könnte ich mir vorstellen, dass man sagt: Wie können wir Airbus, zusammen mit Frankreich, am Leben erhalten? Eine Möglichkeit wäre, die Bestellung der geplanten 90 Eurofighter vorzuziehen. Norwegen hat gerade erst, obwohl schon die Corona-Krise ausgebrochen war und noch der extreme Einbruch des Ölpreises dazukam, eine Steigerung der Militärausgaben für die kommenden Jahre angekündigt.

Lässt sich da etwas aus der Entwicklung nach der letzten globalen Finanz- und Wirtschaftskrise lernen?

Pieter Wezeman ist Senior Researcher am Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri.

Sipri: Deutschlands Militärausgaben klettern am kräftigsten

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Mehr Geld für Rüstung

Militärausgaben weltweit in Rekordhöhe gestiegen

  • von Thomas Borchert
    27.4.2020

Ein Sipri-Studie zeigt: Die Militärausgaben lagen 2019 weltweit bei fast zwei Billionen Dollar. Die USA bleiben an der Spitze, aber Deutschland verzeichnet den höchsten Anstieg bei Investitionen in Rüstung.

Rekordhoch bei Militärausgaben weltweit

Militärausgaben weltweit 2019

Die weltweiten Militärausgaben sind 2019 um 3,6 Prozent auf die Rekordmarke von 1,9 Billionen Dollar gestiegen. Deutschland verzeichnet nach den neuen Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri mit einem Plus von zehn Prozent dabei den höchsten Anstieg unter den führenden Mächten. Mit investierten Steuergeldern für das Militär in Höhe von umgerechnet 49,3 Milliarden Dollar steht Deutschland nach den Sipri-Berechnungen kurz davor, zur führenden europäischen Macht aufzurücken. Dabei ist Berlin mit einem Anteil der Militärausgaben von 1,3 Prozent am Bruttoinlandsprodukt immer noch weit von der als Nato-Ziel angepeilten Zwei-Prozent-Marke entfernt.

Militärausgaben weltweit gestiegen: Deutschland mit höchsten Anstieg

Auf der aktuellen Sipri-Rangliste der höchsten Rüstungsetats hat Berlin Großbritannien (und auch Japan) überholt und liegt mit fast gleicher Ausgabensumme hinter Frankreich auf dem siebten Platz. Unter den „Großen Fünf“ zeichnet sich neben der nach wie vor klaren Dominanz der USA eine immer stärkere militärische Rolle Asiens ab. So hat Indien mit einem Plus von 6,8 Prozent Russland als drittstärkste Militärmacht der Welt überholt und liegt nun direkt, wenn auch mit weitem Abstand, hinter China. Peking hat mit geschätzten 261 Milliarden Dollar einen fast viermal höheren Etat und zudem seine Militärausgaben seit 2010 nahezu verdoppelt.

Sipri: Die Militärausgaben steigen und steigen

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Jeder Mensch zahlt 230 Dollar für Rüstung

Das Friedensforschungsinstitut legt einen Bericht über weltweite Militärausgaben vor. China hat den Etat deutlich erhöht.

Rumänien
Eurofighter-Typhoon-Kampfjets über der Militärbasis Mihail Kogalniceanu an der rumänischen Schwarzmeerküste. Foto: dpa

Die Welt rüstet weiter auf. Nach den neuen Erhebungen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri gaben alle Staaten zusammen im Jahr 2017 den Rekordbetrag von 1,74 Billionen Dollar für militärische Zwecke aus – und damit 1,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die schwer fassbare Summe entspricht einem Betrag von 230 Dollar pro Person auf der Welt und 2,2 Prozent des globalen Bruttoinlandsproduktes.

Während Washington das Ausgabenniveau gegenüber 2016 unverändert beibehielt, verringerte das seit Jahren stetig aufrüstende China mit einem Plus von 5,6 Prozent erneut den Abstand zur noch führenden Militärmacht: Peking zweigte im vergangenen Jahr 228 Milliarden Dollar für das Militär ab, mehr als doppelt so viel wie 2008. Die USA haben trotzdem immer noch fast dreimal so hohe Rüstungsausgaben (610 Milliarden Dollar), obwohl sich diese in den vergangenen zehn Jahren unter dem Strich um 14 Prozent verminderten. Read the rest of this entry »