Koranverbrennungen lösen Osterkrawalle in Schweden aus

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Mit einem so brutalen wie simplen Konzept geschafft hat dies der aus Dänemark nach Schweden gekommene Rechtsaußen Rasmus Paludan. Der Anwalt mit Pässen beider Länder wiederholte einfach seine 2018 und 2019 unter extrem aufwendigem Polizeischutz durchgezogene „Tournee“ mit provokativen Koranverbrennungen in Bezirken mit viel muslimischer Bevölkerung. Er forderte unter anderem dazu auf, auf den Koran zu urinieren. Heimische Medien stuften ihn vorzugsweise als „islamkritisch“ ein.

Paludans zweifache Verurteilung wegen rassistischer Hetze änderte nichts daran, dass die dänische Polizei die Koranverbrennungen stets als Bestandteil der verfassungsmäßigen Meinungsfreiheit geschützt hat. Als er dadurch landesweit bekanntgeworden war, gründete er die Partei „Stram Kurs“ und scheiterte bei den jüngsten Wahlen knapp an der Zwei-Prozent-Sperrklausel. Im Wahljahr 2019 musste die Polizei nach eigenen Angaben den weitaus größten Teil ihres Budgets in Verbindung mit Veranstaltungen zum Schutz Paludans einsetzen. Dänemarks Polizeigewerkschaft fragte, ob „Missbrauch der Meinungsfreiheit“ nicht andere Reaktionen des Staates zeitigen sollte.

Schweden: Täter und Opfer sind fast immer junge Männer mit Migrationshintergrund

Schweden erlebt die Neuauflage von Paludans Brandstiftungen auf einem viel explosiverem Hintergrund. In den vergangenen Jahren hat die von der Polizei nie unter Kontrolle gebrachte Bandenkriminalität zu häufigen brutalen Mordanschlägen im Drogenhandel-Milieu geführt. Täter und Opfer sind fast immer junge Männer mit Migrationshintergrund, was zum innenpolitisch beherrschenden Thema mit hohem Konfliktpotenzial geworden ist.

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Solchermaßen befeuert brachen denn auch die meisten Osterkrawalle aus; es gab nämlich „nur“ zwei der sechs angekündigten Koranverbrennungen. Reichspolizeichef Thornberg meinte am Ostermontag, die „extrem aggressiven Personen“ hätten es offenbar gar nicht auf Paludan, sondern direkt auf die Polizei abgesehen gehabt. Sie seien auch teilweise dem Banden-Milieu zuzurechnen: „Es gibt viel zu viele Jugendliche bei uns, die einfach kriminell werden wollen.“ Justizminister Morgan Johansson stellte sich hinter die Polizei: „Wir müssen hier hart gegen hart setzen.“ (Thomas Borchert)

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