Militarisierung der Politik

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Rüstungskonzerne verdienen prächtig

Eine neue Erhebung der Stockholmer Friedensforscher zeigt, wie Unternehmen von der Militarisierung der Politik profitieren.

10.12.2017 21:37 Uhr

Rüstung
Ein Bundeswehr-Aufklärungsflugzeug vom Typ Tornado rollt auf der Startbahn des Fliegerhorsts Büchel (Kreis Cochem-Zell) in der Eifel. (Archivbild) Foto: Harald Tittel (dpa)

Kaum hat die Antiatomwaffenkampagne Ican den Friedensnobelpreis in Empfang genommen, belegen frische Zahlen, dass das weltweite Waffengeschäft blüht und gedeiht. Die großen Rüstungskonzerne wachsen dank zunehmender Militarisierung der Politik immer weiter, und deutsche Unternehmen haben die Nase mit vorn, wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri ermittelt hat: Die Waffenverkäufe der 100 Branchenführer sind 2016 nach einer Delle in den vergangenen fünf Jahren um 1,9 Prozent gegenüber 2015 auf 374,8 Milliarden Dollar (318,4 Milliarden Euro) gestiegen. Seit 2002 macht das unter dem Strich ein Plus von 38 Prozent.

Die führenden deutschen Rüstungsschmieden legten 2016 im Durchschnitt um 6,6 Prozent auf sechs Milliarden Dollar zu. Zum satten Plus bei Rheinmetall mit 13,3 Prozent und Krauss-Maffei Wegmann mit 12,8 Prozent meint der Sipri-Experte Pieter Wezeman: „Beide haben von der Rüstungsnachfrage in Europa, Nahost und Südostasien profitiert.“ Als Dritter im Bund der deutschen Top-100-Rüstungskonzerne verlor ThyssenKrupp 6,6 Prozent.

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Der deutsche Marktanteil unter den Großkonzernen hält sich mit 1,6 Prozent weiter eher in Grenzen. Von den 100 bei Sipri an der Spitze aufgelisteten Rüstungsunternehmen haben 38 ihren Hauptsitz in den USA. Sie teilen 57,9 Prozent der Waffenverkäufe unter sich auf. Zusammen mit westeuropäischen Unternehmen, allen voran BAE Systems in Großbritannien und dem transnationalen Airbus, macht das eine Dominanz von 82,4 Prozent beim Rüstungsumsatz der Top 100.

Südkorea rüstet auf

Chinas kräftig wachsende Rüstungsunternehmen bleiben aus der Sipri-Erhebung wegen lückenhafter Datenlage wieder ausgeklammert. Die russische Aufholjagd hält mit einem Plus von 3,8 Prozent auf 26,6 Milliarden Dollar an, hat ihr Tempo aber verlangsamt. Als Hintergrund nennen die Friedensforscher den anhaltend niedrigen Öl- und Gaspreis. Mit einem Marktanteil von 7,1 Prozent blieben die russischen Konzerne weiter auch hinter ihren britischen Konkurrenten mit 9,6 Prozent zurück.

Einen gewaltigen Sprung machten 2016 südkoreanische Rüstungskonzerne mit ihrem Plus von 20,6 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar. Laut Sipri stehen politische Entscheidungen wegen des „zunehmenden Gefühls von Bedrohung“ durch den Konflikt um Nordkoreas Atomprogramm im Vordergrund. Die „aufstrebenden Mächte“ Brasilien mit plus 10,8 Prozent und die Türkei mit sogar 27,6 Prozent bei den Branchenführern drängen ebenfalls stark nach vorn.

Trotzdem bewegen sich die US-Konzerne bei einem Gesamtplus von vier Prozent im vergangenen Jahr weiter in ganz anderen Dimensionen beim gewinnträchtigen Handel mit Rüstung. Lockheed Martin machte als unbestrittene Nummer eins bei einem Umsatz von 40 Milliarden Dollar mit Rüstung einen Profit von 5,3 Milliarden Dollar und legte um zehn Prozent zu.

 

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