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William Boyd

Dieser Boyd-Roman macht einfach Spaß

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Sprudelndes Lesevergnügen: William Boyds “Blinde Liebe”

23.04.2019

“Blinde Liebe”: William Boyd erzählt aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert meisterhaft im Stil von Klassikern dieser Zeit. Foto: Kampa Verlag

Die “Blinde Liebe” zwischen dem Klavierstimmer Brodie und der Sängerin Lika ist leidenschaftlich, tragisch und extrem intrigenreich. William Boyd erzählt diese Geschichte aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert meisterhaft im Stil von Klassikern dieser Zeit.

Von Thomas Borchert, dpa

Zürich (dpa) – Wie im Flug vergehen die 500 Seiten von William Boyds neuem Roman “Blinde Liebe”, bis es beim Zuklappen im Erinnerungsgebälk knirscht: Wann hat man zuletzt ein so kristallklar sprudelndes Lesevergnügen serviert bekommen?

Literarisch auf hohem Niveau, spannend, bewegend und federleicht zugleich erzählt der schottische Autor von der Liebe zwischen dem Klavierstimmer Brodie Moncur und der Sängerin Lika Blum an der Nahtstelle zwischen 19. und 20. Jahrhundert. Diese auch geografisch gewaltige Lesereise führt in den Jahren 1894 bis 1906 aus dem Dörfchen Liethen Manor im südlichen Schottland über Edinburgh, Paris, St. Petersburg, Nizza bis auf eine Insel namens Andamanen mitten im Indischen Ozean. Read the rest of this entry »

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Roman mit Bildern: William Boyd über starke Fotografin

09.02.2016

Der britische Schriftsteller William Boyd. Foto: Zipi

Der britische Schriftsteller William Boyd. Foto: Zipi

Erfunden oder authentisch? William Boyd schildert in seinem 16. und bebilderten Roman das spannende Leben der Fotografin Amory Clay. Schon früher hat dieser erstklassige Erzähler die Leserschaft mit einer vorgeblichen Biografie auf ganz dünnes Eis geführt.

Von Thomas Borchert, dpa

Berlin (dpa) – Eine paar Einfälle William Boyds für Die Fotografin – Die vielen Leben der Amory Clay blieben nach 550 immer kurzweiligen Seiten auf jeden Fall hängen. Dass der männliche Autor seine weibliche Ich-Erzählerin detailliert Form, Größe und etwaige Besonderheiten von Penissen ihrer Bettpartner beschreiben lässt – dünnes Eis.

Dass Amory zeitlebens eine Behauptung ihres Onkels austestet, wonach vier wohlgewählte Adjektive ausreichen, um jeden Menschen erschöpfend zu beschreiben – ausgesprochen anregend. Selbstgefällig, ängstlich, mächtig, bedroht nennt sie die Ehefrau ihres ersten Liebhabers im New York der 30er Jahre. Meine hübsche, sture, kluge, schwierige Tochter schreibt sie drei Jahrzehnte später über Blythe, als sie das darüber geschockte Teenagermädchen für einen Fotografenjob im Vietnam-Krieg verlässt und für immer verlieren wird.

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