Stalinterror

Buchbesprechung: Eugen Ruges Roman “Metropol”

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Bildschirmfoto 2018-10-09 um 19.58.31Geschichtsroman

Eugen Ruge erzählt die Familiengeschichte im großen Moskauer Terror

Eugen Ruge hat die Kaderakte seiner kommunistischen Großmutter aus den Jahren des schlimmsten Stalin-Terrors in Moskau gefunden. Daraus ist als Fortsetzung seines Bestsellers «In Zeiten des abnehmenden Lichts» eine neuer großartiger Geschichtsroman entstanden.

12.11.2019, 10:46 Uhr

Eugen Ruge. Foto: dpa

Von Thomas Borchert

Mit seinem neuen Roman «Metropol» füllt Eugen Ruge acht Jahre nach dem Bestseller «In Zeiten des abnehmenden Lichts» eine Lücke in seiner großen DDR-Familiengeschichte über mehrere Generationen. Es ist ja auch die eigene Geschichte des Schriftstellers, der 1952 im Ural als Sohn eines deportierten Deutschen zur Welt kam: «Als mein Vater seiner Mutter bei ihrem Wiedersehen 1956 über seine Erfahrungen im stalinistischen Gulag zu berichten begann, hielt Charlotte sich die Ohren zu.» Über eigene Erlebnisse als kommunistischer Flüchtling vor den Nazis im Mahlwerk des sowjetischen Terrors hat sich Ruges Großmutter zeitlebens den Mund zugehalten. Posthum spricht der Enkel sie jetzt zu Beginn dieser fesselnden 400 Seiten über die Jahre 1936 bis 1938 im Moskauer Hotel Metropol an: «Du hast dein Leben lang daran gearbeitet, sie vergessen zu machen, sie zu löschen aus deinem, aus unserem Gedächtnis. Fast ist es dir gelungen.» Read the rest of this entry »