Buchrezension

Rezension von Jennifer Egans Roman “Manhattan”

Posted on

Bildschirmfoto 2018-10-09 um 19.58.31.png

Die postmoderne Egan überrascht mit spannendem Pageturner

Jennifer Egan erzählt in «Manhattan Beach» vom Kampf der New Yorkerin Anna um ihren Platz als Marinetaucherin im Zweiten Weltkrieg. Die bisher mit experimentierfreudigen Romanen erfolgreiche US-Autorin präsentiert hier geradeaus eine Geschichte mit Krimi-Spannung.

09.10.2018, 06:00 Uhr

 

 

Von Thomas Borchert

Gleich der erste Satz bindet die drei Hauptpersonen untrennbar für den Rest dieses spannenden Romans aneinander: «Anna merkte erst, wie nervös ihr Vater war, als sie das Haus von Mr. Styles erreichten.» Aus der Sicht der elfjährigen Tochter erzählt Jennifer Egan im Eröffnungskapitel von «Manhattan Beach» die eindeutig schicksalhafte, aber für sie unmöglich zu entschlüsselnde Begegnung mit dem reichen, mächtigen Dexter Styles an diesem Strand vor den Toren New Yorks. Dass ihr Vater Eddie, nach dem Börsencrash tief gefallen, als Handlanger für Kleinkriminelle Mitte der 30er Jahre schwer um das Überleben der Familie kämpfen muss, ist schnell klar. Aber was mag er mit reichen Dexter Styles ausgehandelt haben – oder eben auch nicht? Read the rest of this entry »

Streitschrift gegen westliche Arroganz

Posted on

Screenshot 2018-03-27 14.26.09.png

„Hört endlich zu!“

Frank Richter streitet für offene Ohren und bleibt vage

Wie man Anhängern von Pegida von AfD vorbehaltlos zuhören kann, hat der Sachse Frank Richter in Dresden mit Erfolg vorgeführt. In „Hört endlich zu!“ bleibt er als Rezeptgeber nach überzeugenden Analysen unverbindlich.

Von Thomas Borchert, dpa

Quelle: Dietrich Flechtner
Frank Richter

Berlin. Frank Richter hat sich einen Namen gemacht als kluger und zeitweilig erfolgreicher politischer Mittler im Dresden der Pegida-Demonstrationen. Den Imperativ im Titel seiner Streitschrift „Hört endlich zu!“ begründet der Theologe mit Grundsätzlichem wie auch Persönlichem. Richter sieht im ganzen Land eine „Schneise geistiger Verwüstung“ durch neoliberale Wahnvorstellungen von ewigem Wachstum. Bei einem verregneten Wahlkampfauftritt von Angela Merkel („eine müde und traurig wirkende Frau“) vor 300 Ostdeutschen im Städtchen Barth fühlte er sich von der entpolitisierenden Visionslosigkeit der Kanzlerin „intellektuell beleidigt“. Read the rest of this entry »