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“Schweden stiehlt muslimische Kinder”


10.02.2022
Schweden
Hasskampagne gegen Schwedens Behörden
- Von Thomas Borchert
In Schweden lösen Fake News über angebliches „Kidnapping“ muslimischer Kinder Unruhe aus.
Die massive Verbreitung von Fake News über angeblich systematisches „Kidnapping“ muslimischer Kinder durch Schwedens Behörden hat Alarm in Stockholm ausgelöst. Wie der Rundfunksender SR am Donnerstag meldete, ist der Krisenstab von Ministerpräsidentin Magdalena Andersson zusammengetreten. Das Außenministerium erklärte: „Die Desinformationskampagne ist ein Angriff auf den Rechtsstaat, unsere Behörden und die Demokratie.“
Als Erstes wurde kurz vor dem Jahreswechsel in einem arabischsprachigen Tweet mit Video behauptet, dass „der faschistische Staat Schweden“ vorzugsweise muslimische Kinder zwangsweise von ihren Familien trenne und in Heime zwinge. In nach Medienangaben mehr als 35 000 weiteren Posts allein in der vergangenen Woche mit dem Hashtag (übersetzt) „StopptdasKidnappingunsererKinder“ treten verzweifelt vor Kinderheimen Protestierende auf. Kinder berichten weinend von brutaler Trennung durch die Behörden: „Sie haben mich gestohlen. Das Sozialamt hat mir Mama und Papa weggenommen. Helft mir!“
„Kidnapping“-Kampagne in Schweden: Auch Al Jazeera steigt ein
In den teilweise millionenfach aufgerufenen und gelikten Posts wird zum Boykott Schwedens aufgerufen. Inzwischen hat nach Angaben der Zeitung „Dagens Nyheter“ auch der arabische TV-Sender Al Jazeera die Vorwürfe aus den sozialen Medien übernommen und berichtet unter der Überschrift: „Schweden trennt systematisch Flüchtlingskinder von ihren Familien“.
Dänischer Geheimdienst-Skandal 2. Teil

Dänemark
Dänemarks digitale Geheimdienst-Posse
- Von Thomas Borchert 8.2.2022
Die sozialdemokratische Regierung schlingert sich durch einen Online-Spionageskandal.
Dass Dänemarks Justiz einen heimischen Geheimdienstchef im dritten Monat wegen Verdacht auf Landesverrat bei totaler Geheimhaltung der Gründe hinter Gittern hält, reicht schon für dicke Schlagzeilen: Könnte der hochangesehene Karrierebeamte Lars Findsen tatsächlich Staatsgeheimnisse an feindliche Mächte verraten oder gar verkauft haben? Jetzt wird noch eins draufgesetzt: Ex-Verteidigungsminister Claus Hjort erfuhr an der Haustür, dass auch er Gegenstand von Ermittlungen als mutmaßlicher Landesverräter sei.

Der durch Immunität geschützte Abgeordnete ist nicht in Haft, muss aber wie Findsen zu den Vorwürfen komplett schweigen. Dabei sind sich alle rund um den Parlamentssitz „Borgen“ ziemlich einig, dass beiden im Kern die öffentliche Bestätigung von illegaler Massenüberwachung des Internetverkehrs im Dienst des US-Geheimdienstes NSA vorgeworfen wird.
Politikere bytter partiet som en handelsvare

Når Facebook-kontoen er vigtigere end partibogen
Partitilhørsforhold er ikke præget af den loyalitet, man kendte engang. Inden for kunsten virker det genialt med komik på overfladen, tragik længere nede. Fra Don Quijote til Dirch Passer. I politik er man helst fri for den kombination.

Thomas Borchert tysk korrespondent
Det er uovertruffen komisk, når Pia Kjærsgaard prøver at udskyde, men ikke kan forhindre, at hendes lov og orden-livsværk går bankerot med en konkursforvalter, der sidder op til halsen i en bedragerisag. Trist er dog samtidig synet af hendes overivrige efterabere i regeringen, der ignorerer DF-havariet og ufortrødent fortsætter på samme fælles kurs. Disse socialdemokrater kunne i det mindste kort overveje, om ikke de er kommet til at tage det forkerte tøj på.
Lars Løkke Rasmussen spreder sin egen helt originale komik, når han kynisk som en kvaksalver præsenterer sig selv som den allerbedste medicin mod dansk politiks vildfarelser – en politik med DF som garant for magten, som han har tjent uhæmmet på gennem to årtier. Latteren dør hen ved synet af meningsmålingerne. Løkke skal såmænd nok slippe afsted med også denne forretningsvirksomhed.
Eheliche Untreue kostet schwedischen Bischof das Amt


02.02.202216:39
Untreuer Bischof
Du sollst nicht begehren
- Von Thomas Borchert
Über Jahre hat ein Bischof eine Affäre mit einer Mitarbeiterin – nun entlässt ihn Schwedens Kirche fristlos.
Es ist eine dieser Nachrichten, bei denen man sich ungläubig am Kopf kratzt, ob man wieder irgendwas ganz falsch verstanden hat: Die evangelisch-lutherische Kirche Schwedens hat Bischof Thomas Petersson diese Woche fristlos von seinem Amt auf der Ostseeinsel Gotland entbunden, weil er als Ehemann untreu gewesen ist. Der 53-Jährige darf auch nicht mehr als Pastor oder Diakon arbeiten, weil damit das Recht auf kirchliche Trauungen anderer verbunden ist. Eine Möglichkeit zur Klage gegen diese Entscheidung des „Kontrollrates für Bischöfe“ hat Petersson nicht.
Manches am Gang dieser Geschichte scheint sich der altertümlich schönen, aber auch sehr engen Kulisse von Peterssons Amtssitz Visby anzupassen, der von einer Stadtmauer komplett eingeschlossenen Inselhauptstadt Gotlands. Eine idyllische Perle mitten in der Ostsee, aber eben auch eine Kleinstadt, in der alle immer schnell alles von jedem mitbekommen.
Taliban verhandeln in Oslo


25.01.2022 17:48
Afghanistan
Gesucht: ein Weg für Afghanistan
- Von Thomas Borchert
Taliban feiern die internationalen Hilfe-Verhandlungen in Oslo als Erfolg. Ein paar Kröten schlucken müssen sie auf dem internationalen Parkett aber auch.
Akut drohender Hunger für die Hälfte der 38 Millionen Menschen in Afghanistan hat den Taliban erste internationale Anerkennung eingebracht. In Oslo setzten sich hochrangige Regierungsdelegationen unter anderem aus den USA und Deutschland an einen Tisch mit den neuen Machthabern in Kabul, um über humanitäre Hilfe, die Freigabe blockierter Staatsguthaben und Einhaltung der Menschenrechte vor allem für Mädchen und Frauen zu verhandeln. Ob das knapp ein halbes Jahr nach dem chaotischen Abzug der westlichen Allianz zur Linderung der unermesslichen Not unter den Taliban beitragen kann, blieb am Dienstag bei Abschluss des dreitägigen Treffens aber weitgehend im Dunkeln.

Finnland und Schweden rücken immer näher an die Nato
17.1.2021 Nato-Beitritt

Panzer auf Gotland: Ukraine-Konflikt Russlands wirkt sich bis Schweden aus
- Von Thomas Borchert
Das Gebaren Russland verunsichert Länder wie Schweden und Finnland. Beide denken nun offen darüber nach, der Nato beizutreten.
Stockholm/Helsinki- Für die zehn Millionen Menschen in Schweden ist der Ukraine-Konflikt an diesem Wochenende beunruhigend nähergerückt. In den TV-Nachrichten sahen sie per Schiff eilig nach Gotland entsandte Panzer ihrer Armee rollen. Stark bewaffnete Militärs patrouillierten am Hafen der kleinen Inselhauptstadt Visby, und Verteidigungsminister Peter Hultqvist wollte einen russischen Angriff auf Schweden „nicht ausschließen“. Bitterernst fuhr er fort: „Wir haben Maßnahmen ergriffen, um die Bereitschaft zur Verteidigung unseres Landes zu signalisieren.“
Ob er glaube, dass die gerade erst über den schwedischen Atomkraftwerken Forsmark und Oskarshamn gesichteten Groß-Drohnen Teil einer russischen Destabilisierungsstrategie seien? „Ich glaube gar nichts. Wir haben dergleichen schon des Öfteren in militärischen Zusammenhängen erlebt“, sagte Hultqvist.

Gotland ist auch für Russland von strategischen Interesse
“Die schlimmste Version von Norwegen “
Enthüllungen

Nato-Chef Jens Stoltenberg: Dubiose Deals in Norwegen
- Von Thomas Borchert
Nato-Chef Jens Stoltenberg will Chef von Norwegens Nationalbank werden, aber die Kandidatur wackelt.
Oslo – Während die ganze Welt die Worte von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg zu Krieg oder Frieden mit Russland unter Hochspannung verfolgt, macht der Norweger daheim ganz andere Schlagzeilen. „Stoltenberg versinkt wie ein Stein“ titelte in Oslo „Dagbladet“ zu den immer neuen Enthüllungen über Vetternwirtschaft mit Hinterzimmer-Deals sozialdemokratischer Boy-Gangs, um den 62-Jährigen nach seinem Abgang aus Brüssel im September wunschgemäß als neuen Chef von Norwegens Nationalbank zu installieren.
Königin Margrethes Dienstjahre


13.01.2022 15:24
Thronjubiläum
Die Unantastbare
- Von Thomas Borchert
Dänemarks Königin Margrethe ist eigenwillig und mitunter unbequem. Und macht zum 50. Thronjubiläum klar, dass sie das auch bleibt
Als sich Dänemarks schüchterne Kronprinzessin vor einem halben Jahrhundert auf dem Kopenhagener Schlossplatz zur Königin ausrufen ließ, schwante dem Regierungschef nichts Gutes. Der Sozialdemokrat Jens Otto Krag rief der Menge auf dem Platz dreimal zu: „König Frederik IX. ist tot. Lang lebe Königin Margrethe II.!“ Ins Tagebuch trug er diskret ein: „Das kann anstrengend werden. Sie hat im Übrigen politisches Wissen, was nicht unbedingt von Vorteil ist.“
Welch ein Irrtum. Die dänische Königin hat in ihren vielen Dienstjahren – nur Queen Elizabeth II. regiert derzeit länger – nicht nur die Schüchternheit abgelegt und eine bisweilen entwaffend souveräne Selbstironie entwickelt. Auch jene, die Monarchie für eine unzeitgemäße Operetteninszenierung halten, bescheinigen der 81-Jährigen eine verblüffend souveräne Amtsführung. Hätte jetzt nicht Corona wie schon beim 80. Geburtstag mitten im Lockdown 2020 große Feste verhindert, könnte sich die vollkommen kristenfest populäre Margrethe massenhafter und warmherziger Glückwünsche vor ihrem Kopenhagener Schloss Amalienborg sicher sein. Im Sommer soll das nachgeholt werden.
Immerhin sind zwei Tage vor dem Jubiläum die Restriktionen in Dänemark schon mal gelockert worden. Bei Margrethes traditioneller Neujahrsansprache wusste noch niemand, wie schlimm die Omikron-Variante das bisher beneidenswert gut durch die Pandemie gekommene Königreich heimsuchen würde. Wie immer gehörten die zehn Minuten voller hübsch klingender Allgemeinplätze über das Leben an sich („Wenn man jung ist, strebt man nach Anerkennung“) und wie schön es in Dänemark ist, zum freiwilligen Pflichtprogramm dänischer Silvesterfeiern. Und werden jedes Jahr aufs Neue mit Spannung verfolgt.
Dänischer Geheimdienstchef hinter Gittern


11.01.2022 22:21
Skandal um Abhörpraktiken
Dänischer Geheimdienstchef in U-Haft – „Das Ganze ist komplett verrückt“
- Von Thomas Borchert
Der Chef des Militärgeheimdienstes in Dänemark soll Informationen durchgestochen haben. Nun wird Lars Findsen der Prozess gemacht.
Kopenhagen – Der Skandal um illegale dänische Abhörpraktiken im Dienst des US-Geheimdienstes NSA hat eine neue Dimension erreicht. Seit Mitte Dezember sitzt der Chef von Dänemarks militärischem Geheimdienst FE, Lars Findsen, wegen Verdachts auf Landesverrat hinter Gittern. Bei der Verlängerung der Untersuchungshaft in Kopenhagen wurde jetzt auf Wunsch des 57-Jährigen das Verbot der Namensnennung aufgehoben. Findsen scheiterte mit seinem Antrag, auch die Vorwürfe selbst für die Öffentlichkeit freizugeben. Beim Verlassen des Gerichtssaals rief er Journalistinnen und Journalisten zu: „Das Ganze ist komplett verrückt. Damit könnt ihr mich zitieren.“
Inspiration für AnnalenaBaerbock aus Schweden
„Feministische Außenpolitik“

„Feministische Außenpolitik“ ist Schwedens Exportschlager
- Von Thomas Borchert, 15.12.2021
Rechte, Ressourcen, Repräsentanz: An der „feministischen Außenpolitik“, in Schweden begründet, orientieren sich weltweit immer mehr Staaten.
Natürlich führen Schwedinnen die Weltrangliste für Frauen in der Diplomatie an. Sieben Jahre nach der Stockholmer Weltpremiere für die „feministische Außenpolitik“ bringen 50 Botschafterinnen an 104 Vertretungen eine Quote von 48,1 Prozent, wie aus dem „Women in Diplomacy Index 2021“ der Anwar Gargash Diplomatic Academy hervorgeht. Deutschland belegt mit 17,2 Prozent (28 Frauen und 135 Männer) den 24. Platz knapp vor Nigeria, aber weit vor den Schlusslichtern Saudi-Arabien (mit einem Frauenanteil von 2,1 Prozent) und Russland mit einer einzigen Botschafterin und 149 Botschaftern.
