Isländer füllt sein Land mit Rollstuhl-Rampen

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09.12.2023,

“Halli” wird nicht aufgeben

Die 1000. neue Rollstuhl-Rampe hat Islands Staatsoberhaupt gerade höchstpersönlich eingeweiht. Die Idee zur Initiative “Römpum opp Island” – “Füllt Island mit Rampen” – kam seinem Landsmann Haraldur Thorleifsson, 1977 mit progressivem Muskelschwund geboren, als er in Reykjavik vor einem unzugänglichen Geschäft im Rollstuhl warten musste, während die Familie einkaufte. Der Geschäftsmann, Autor und Musiker hat mit seiner Popularität und seinem Geld eine kleine Volksbewegung angestoßen. Auf der Atlantik-Insel ist “Halli” bekannt wie ein bunter Hund. 2021 verkaufte er sein Start-up “Ueno” an Twitter und ließ sich dort als Designer-Chef für ein hohes Gehalt weiterbeschäftigen. Als Elon Musk knapp zwei Jahre später Twitter übernahm, gehörte Thorleifsson zu den aus heiterem Himmel Gefeuerten und verlangte von seinem Arbeitgeber per Tweet eine Erklärung. Musk twitterte beleidigt zurück, dieser geltungssüchtige Isländer leiste wenig und schiebe seine Behinderung nur vor. Dafür musste er später auf die Knie: Sorry, man habe ihn falsch informiert. Zur der Zeit betrieb “Halli” bereits seine Initiative mit dem Ziel 1000 neuer Rollstuhl-Rampen für Reykjavik. Sie kam in der Öffentlichkeit so gut an, dass sie schnell auf ganz Island und auf die Zielmarke 1500 bis 2025 ausgeweitet werden konnte. Über die persönliche Perspektive schreibt Thorleifsson: “Ich lebe mit einer Krankheit, die mir langsam, aber sicher meine sämtlichen physischen Fähigkeiten wegnimmt.” Thomas Borchert

Haraldur Thorleifsson unterwegs mit seiner Familie. privat

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