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23. Oktober 2015

Amoklauf in Schweden:

Täter zielte auf Opfer mit dunkler Hautfarbe

 Von Thomas Borchert

Polizisten untersuchen den Tatort in der Kronan Schule in Trollhattan.  Foto: dpa

Schweden stuft die Morde des als Darth Vader verkleideten Rassisten als Hassverbrechen ein. Der Mann hatte am am Donnerstag mit einem Säbel in eine Schule gegangen und hatte dort auf Schüler und Lehrer eingestochen. Zwei Menschen, darunter ein 15-Jähriger, starben.

Der Schul-Amoklauf mit mindestens drei Toten in Trollhättan muss dem auch in Schweden immer härter vorgebrachten Widerstand gegen Zuwanderung und Flüchtlinge zugerechnet werden. Die Polizei in der westschwedischen Kleinstadt teilte am Tag nach dem Verbrechen mit, dass der 21-jährige Täter eindeutig ein rassistisches „Hate-Crime“ begangen und seine Opfer nach der dunklen Hautfarbe ausgewählt habe. Dies Bild hätten auch „digitale wie physische Funde“ in der Wohnung des jungen Schweden bestätigt. Einsatzchef Niklas Hallgren sagte im Rundfunk: „Wir sind von dem rassistischen Hintergrund überzeugt und haben uns entschieden, das klar und deutlich herauszustellen.“

Menschen gedenken den Opfern des Amoklaufs in Südschweden.  Foto: AFP

Auf Facebook hatte der selbst durch Polizeischüsse ums Leben gekommene Anton Lundin Pettersson eine von den Rechtspopulisten im Stockholmer Reichstag verlangte Volksabstimmung für einen Zuwanderungsstopp „geliked“. Parteichef Jimmie Åkesson von den Schwedendemokraten hatte vor wenigen Wochen angekündigt, dass man das Referendum „nach der Ausschöpfung aller Möglichkeiten im Parlament“ nun mit einer „breiten Kampagne auf Marktplätzen und Straßen“ durchsetzen wolle. Das Verbrechen in Trollhättan verurteilten die Schwedendemokraten ohne Wenn und Aber.

Der Täter war am Donnerstagmorgen mit einem Säbel und Stichwaffen, verkleidet als Darth Vader aus „Star Wars“, in die fast nur von Migrantenkindern besuchte Kronan-Schule gegangen. Er tötete mit Hieben und Stichen einen 15-jährigen Schüler sowie einen 20 Jahre alten Pädagogen und verletzte einen 12-Jährigen und einen Lehrer schwer. Der 43- Jährige schwebte auch am Freitag noch in Lebensgefahr. Der getötete Pädagoge Lavin Eskandar hatte sich schützend vor Kinder gestellt. Pettersson hinterließ nach Polizeiangaben einen „Selbstmordbrief“ mit rassistischem Inhalt.

Auf Handy-Videos von Schülern war gut sehen, wie der Täter in der Schule mit zwei „hellhäutigen“ Frauen scherzte und sich fotografieren ließ. Innenminister Anders Yngeman sprach von einem „politisch motivierten Anschlag“.

Pettersson habe einen gegen Zuwanderung gerichteten Hass-Blog abonniert und auf Youtube Propaganda-Filme aus Nazi-Deutschland sowie auch Reden von Åkesson angeschaut. „Er gehörte nicht zu den 100 akut gewaltbereiten Rechtsextremisten, die Schwedens Geheimdienst unter der Lupe hat“, sagte Bengtsson bei „aftonbladet.tv“.

Vor allem sei er wohl ein einsamer junger Mann mit starker Abhängigkeit vom Computer und Netz gewesen. Pettersson brachte viel Zeit mit dem Computer-Gewaltspiel „Hitman“ zu, bei dem der Titelheld, ein Auftragskiller, möglichst viele Menschen umbringen soll und dies emotionslos erledigt.

Seit dem dramatischen Anstieg der Flüchtlingszahlen in Schweden wurden in 16 Unterkünften oder geplanten Asylbewerberheimen Brände gelegt.

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