Kærlig Kommune: Behördenchef Hosea Dutschke will mit der “liebevollen Kommune” erlösen

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Dänen kennen Hosea Dutschke vor allem als Chef der Gesundheits- und Pflegebehörde von Aarhus mit 6500 Beschäftigten. Der 1968 Geborene propagiert jetzt die Ausbreitung von Liebe als Ziel der Managementstrategie “Liebevolle Kommune” für die Kranken- und Altenpflege. Als Sohn hat er im neuen Buch “Rudi und ich” Mutiges zum Thema Liebe aus den eigenen vier Wänden zu Papier gebracht. Ob es einen Zusammenhang gibt? – Ein paar Zitate:  

“Kærlig Kommune”

„Vejen til en kærlig kommune med selvstændige borgere skal brolægges af generøse ledere, der skaber succes og skønhed.“

„Der Weg zu einer liebevollen Kommune mit selbstständigen Bürgern muss von großherzigen Führungskräften gepflastert werden, die Erfolg und Schönheit erschaffen.“

”I Kina spiser de hunde, og forældrene kan sagsøge deres børn, hvis de ikke tager sig af dem. Det er nok lige i overkanten for os herhjemme, men vi skal insistere på, at vi har en forpligtelse over for hinanden. Pårørendepligten. Vi har et ansvar.”

“In China isst man Hunde, und Eltern können ihre Kinder verklagen, wenn die sich nicht um sie kümmern. Das dürfte für uns hier zuhause übertrieben sein. Aber wir müssen darauf bestehen, dass wir eine gegenseitige Verpflichtung haben. Die Angehörigenpflicht. Wir haben eine Verantwortung.”

”Jeg vil derhen, hvor vi i kommunen er med til at skabe nogle rammer, som gør, at de pårørende har bedre over- skud til at drage omsorg for et familiemedlem, der er syg. Vi kan for eksempel tilbyde familien hjælp til rengøring, græsslåning og vinduesvask. Og vi kan give medmenneskelig støtte til de pårørende. Det kan være at sidde og snakke sammen, at spise sammen eller gå en tur. Det er bedre både for kommunens budgetter og – sat på spidsen – for kærligheden mellem mennesker.”

“Ich will dahin, dass wir in der Kommune Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Angehörige mehr Raum bekommen, damit sie sich fürsorglich um ein krankes Familienmitglied kümmern können. Wir können der Familie z.B. Hilfe beim Putzen, Rasenmähen oder Fensterputzen anbieten. Und wir können den Angehörigen mitmenschlich helfen. Das könnte etwa bedeuten, zusammenzusitzen und reden oder spazierenzugehen. Das ist gleichermaßen eine Verbesserung für den Haushalt der Gemeinde wie auch – zugespitzt – für die Liebe zwischen Menschen.”

(fra koncept-teksten)„Den kærlige kommune støtter, skubber og slipper fri. Rehabilitering og velfærdsteknologi sigter mod, at borgerne skal klare sig selv bedst muligt og længst muligt uden kommunal indblanding.Frihed til at børste egne tænder. Frihed til at leve efter sin egen døgnrytme frem for andres arbejdsrytmer. Eller bare frihed til at tørre sig i den bare.“

(aus dem Konzept) „Die liebevolle Kommune unterstützt, schiebt an und lässt los. Rehabilitation und Wohlfahrtstechnologie zielen darauf ab, dass die Bürger sich so weit wie möglich selbst zurechtfinden, und so weit wie möglich ohne kommunale Einmischung. Die Freiheit, sich selbst die Zähne zu putzen. Die Freiheit, nach dem eigenen Tagesrhythmus zu leben statt nach dem Arbeitsrhythmus anderer. Oder einfach die Freiheit, sich den Hintern abzuwischen.“

“Rudi und ich”

“Im Liebesspiel liebkosen wir einander, gieren nacheinander, erforschen, lieben und erlösen uns.”

“Je mehr ich über dich bestimme, desto weniger Freude strahlt mir von dir entgegen – das Dilemma der Liebe.”

“Ich liebe den Laut, den du von dir gibst, wenn du dich im Bett umdrehst. Du lässt es knarren, lasse es knarren. Wir lassen es knarren. In unserem Bett.”

“Ich liebe alles, was du für mich, für uns tust. Du bist aufmerksam und liebevoll. Dein Körper ist warm. In der Nacht glüht er und erwärmt unser Zimmer. Du gibst und gibst. Ich nehme.”

Auf die Liebevolle Kommune bin ich gestoßen durch den total genervten Leserbrief des Dänen Johannes Bertelsen  in “Politiken”. Er klagt über die “fast religiösen Visionen” des Behördenchefs Dutschke, der die älteren Menschen in Aarhus “erlösen will” – in der “ganz anderen harten Realität der Konkurrenzgesellschaft”. Das ZItat mit der Erlösung im Bett sah ich zuerst in einer bösen Rezension von “Rudi und ich” in der “Zeit”.

 

 

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