Teenager in Dänemark: Anzünden von Flüchtling juristisch eine Kleinigkeit im Vergleich zu Terrorplänen

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Skærmbillede 2017-03-18 kl. 06.54.17.pngMinderjähriger Dänin droht harte Strafe

Eine 15-Jährige soll IS-Kontakt gehabt und Terrorabsichten geäußert haben. Im Prozess droht ihr eine jahrelange „Sicherheitsverwahrung“. Gleichaltrige, die einen Flüchtling anzündeten, kommen deutlich milder davon.

18. Mai 2017

Was wiegt schwerer vor dem Gesetz: Terrorabsichten einer 15- Jährigen mit IS-Kontakt im Internet, oder wenn 15- und 16- jährige Jungen einen gleichaltrigen Flüchtlingssohn mit Benzin angezündet und lebensgefährlich verletzt haben?Dänemarks Justiz hat da wohl keine Zweifel:

Eine 15 Jahre junge Konvertitin zum Islam bunkert im elterlichen Keller Zutaten für Sprengstoff und kündigt prahlerisch Anschläge an. Dafür will die Staatsanwaltschaft in Holbæk jetzt die immer noch Minderjährige mit „Sicherheitsverwahrung“ auf unbestimmte Zeit bestrafen. Im Normalfall bedeutet das derzeit 14 Jahre. Die Verteidigerin plädiert auf sechs bis acht Jahre Haft und bittet vor Gericht um Teilnahme des Mädchens an einem Antiradikalisierungs-Programm. Das wurde dreimal verweigert. Nach dem einstimmigen Schuldspruch Anfang der Woche verkündet das Gericht am heutigen Donnerstag das Strafmaß zwischen diesen beiden Möglichkeiten.

Der andere aktuelle Fall: Nach zwei bis vier Monaten hinter Gittern für ihre Benzinattacke auf den Sohn einer Zuwandererfamilie in Ry kommen vier männliche Teenager wieder frei. „Wir haben eine Kanaken angezündet“ verkündete einer im Messenger-Chat, während das Opfer mit einem Drittel verbrannter Haut im Gesicht um sein Leben kämpfte. Wenn die Täter volljährig werden, sind auch die Bewährungsstrafen von 12 bis 18 Monaten überstanden.

Das „Kundby-Mädchen“, so allseits bekannt mit dem Namen ihres Heimatortes, soll zum 18. Geburtstag nach dem Willen des Anklägers auf unbestimmte Zeit zu den gefährlichsten Schwerverbrechern in die Haftanstalt Herstedvester gesperrt werden. Dreißig sind es hier, von denen man nach Mord, Vergewaltigung, gewalttätigem Raub und Terror akut Wiederholungstaten befürchten muss, die aber andererseits als „mental gesund“ gelten. Härter geht es nicht.

Das Kundby-Mädchen stammt aus einer kaputten Familie und ist in der Schule isoliert und permanent Mobbingopfer. Einen mental gesunden Eindruck kann sie mit ihren immer neuen widersprüchlichen Aussagen und verrückten Behauptungen seit der Festnahme vor 16 Monaten kaum gemacht haben. Nach einem Türkei-Urlaub 2015 mit den Eltern hatte sie sich binnen kürzester Zeit mutterseelenallein „radikalisiert“. Die entsetzte Mutter wandte sich hilfesuchend an die Behörden und zeigte am Ende auch selbst die Tochter bei der Polizei an.

Der Geheimdienst PET hatte ihr nach einem Gespräch mit dem Mädchen versichert: Kein Grund zur Sorge. Sechs Wochen später fand die Mutter im Keller Azeton, Zitronensäure und Wasserstoffperoxid samt Beschriftung „Djihad“. Man kann alles in der Drogerie kaufen, und den Sprengstoff TATP mixen. Dem Mädchen gelangt das nicht. Am 8. Januar 2016 wollte sie, so in ihrem Tagebuch und anderen Notizen nachzulesen, die eigene Schule in die Luft jagen. Grund: Sie durfte wegen ihres abseitigen Benehmens nicht beim „Galafest“ an diesem Tag dabei sein. Einen Monat später sollte die jüdische Carolineschule im 80 Kilometer entfernten Kopenhagen das Terrorziel sein.

Staatsanwalt Kristian Kirk zufolge vereitelte nur das Schweigen der von ihr im Internet angeschriebenen IS-“Auftraggeber“ die Ausführung: Das erhoffte grüne Licht sei ausgeblieben. Dazu von Reue keine Spur, und in der Haft die Attacke mit Glasscherben in den Bauch eines Beamten. „Der Islamismus scheint derzeit ihr ein und alles. So lange das so bleibt, ist sie nach meiner Überzeugung gefährlich“, begründete der Ankläger seine Forderung nach einer möglicherweise jahrzehntelangen Sicherheitsverwahrung.

 

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