Norwegen sinkt tief in die Epstein-Kloake

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Norwegens Königshaus im Sog der Epstein-Affäre

7.2.2026

Von: Thomas Borchert

Wenn der Chef-Juror für den Friedensnobelpreis Jeffrey Epstein schriftlich „extraordinary girls“ in Albanien empfiehlt, guckt man schon genauer hin. Thorbjørn Jagland mailte das 2012 als Reiseeindruck aus Tirana, also nach Epsteins Verurteilung wegen Anstiftung zur Prostitution Minderjähriger. Ein halbes Jahr vorher hatte der Norweger in Oslo den Friedensnobelpreis an drei Afrikanerinnen aus Liberia und Jemen „für ihren gewaltfreien Kampf für die Sicherheit von Frauen“ überreicht.

Jetzt ermittelt die Kripo gegen den Ex-Regierungschef, -Parlamentspräsident und -Außenminister seines Landes sowie Generalsekretär im Europarat wegen Verdachts auf „schwere Korruption“. Denn aus den Epstein-Files geht hervor, dass der Sozialdemokrat offenbar eine Einladung zum Ferienaufenthalt beim pädophilen US-Milliardär in Florida für die Familie nebst anderen Geschenke dankbar angenommen hat. Per Mail hat er ihn um die Bürgschaft für einen Wohnungskauf gebeten.

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Jagland bestreitet alle Vorwürfe. Er ist nur einer aus Norwegens „Elite“, deren Willfährigkeit auf verblüffend breiter Front gegenüber dem steinreichen Verbrecher die Epstein-Files aus der verborgenen Kloake ans Licht gebracht haben. Ganz vorn dabei das Königshaus mit Kronprinzessin Mette-Marit, die auch gern in Begleitung ihrer privaten Yoga-Betreuerin kostenfrei bei Epstein Ferien machte. Sie wechselte massenhaft schleimige, bisweilen flirtende Mails mit dem Verbrecher. „Ich bedauere meine Freundschaft mit Jeffrey Epstein zutiefst. Es ist mir wichtig, mich bei allen zu entschuldigen, die ich enttäuscht habe“, bedauerte die Ehefrau von Kronprinz Haakon am Freitag.

Bei allem Mitleid in der Bevölkerung für die 52-Jährige mit schwerer Lungenfibrose und dem Gerichtsverfahren gegen ihren Sohn Marius Borg Høiby wegen Vergewaltigung: Dass Mette-Marit demnächst als Königin huldvoll Frauenhäuser besucht, hält nach Umfragen nur noch eine kleine Minderheit der 5,6 Millionen im Land der Fjorde für wünschenswert. Die Hilfsorganisation „Sex und Gesellschaft – für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung“ hat der Epstein-Freundin schon mal die Schirmherrschaft entzogen.

Aus der Wirtschaftssphäre liefert Børge Brende, früher mal Außenminister und aktuell als CEO beim World Economic Forum (WEF) in Davos auf der Weltbühne, mit jeder Menge kumpeligen Mails sowie SMSen an Epstein kaum glaublichen Lesestoff. Auf Epsteins hingerotzte Bemerkung, die UN sollten „wir“ bitte ersetzen durch das Forum in Davos, tippte Brende als Antwort ein: „Einig.“

Die Crème de la Crème

Beide mokierten sich entspannt über das Aussehen einer Politikerin als „Miss Piggy“. Brende traf sich in Epstein New Yorker Wohnung gern auch mit dem US-Rechtsradikalen Steve Bannon. Es dürfte klar sein, dass seine Tage in Davos gezählt sind. WEF-Gründer Klaus Schwab wütet schon öffentlich gegen den Norweger, weil der seine Epstein-Kontakte verheimlicht habe.

Am wildesten als korrupte Nutznießer von Epsteins Spinnennetz mit „wichtigen Leuten“ hat es den veröffentlichten Files zufolge die Crème de la Crème der norwegischen Diplomatie getrieben. Mona Juul musste ihren aktuellen Posten als Botschafterin im jordanischen Amman räumen, als bekannt wurde, dass Epstein noch wenige Tage vor seinem mysteriösen Tod 2019 in einer New Yorker Gefängniszelle beiden Kindern der Norwegerin und ihres Ehemannes Terje Rød Larsen je fünf Millionen Dollar testamentarisch vermacht hat.

Epstein: Hilfsbereiter Verbrecher

Rød Larsen machte sich in den 90er Jahren international einen Namen als norwegischer Vermittler für das Osloer Abkommen zwischen Israel und Palästina, das dann auch 1994 zum Osloer Friedensnobelpreis an PLO-Chef Jassir Arafat und den israelischen Regierungsspitzen Jitzhak Rabin und Shimon Peres führte. Rød Larsen brachte das internationale Topjobs in der UN und als Chef eines „International Peace Institute“ in New York ein.

Daraus entstand die Verbindung zu Epstein, deren Früchte für das Power-Paar wie aus einer Streaming-Serie über unersättliche Raffgier bei den sowieso schon Privilegierten klingen. So gab es bei den kostenfreien Aufenthalten in Palm Beach auch Apple-Uhren für die beiden Kinder. Am 5. April 2012 bat der geschätzte Friedensmakler seinen US-Freund am 5. April um Makeln bem Kauf einer exklusiven Osloer Stadtwohnung mit 300 qm. „für dich und die deinen tu ich alles,“ schrieb der, worauf Rød-Larsen bekannte: „Du bringst mich zum Weinen.“

Der hilfsbereite Verbrecher hielt Wort und managte selbst den Kauf von Schiffsreeder Morits Skaugen bei einem Treffen in Paris. Der ging mit dem Preis um die Hälfte runter und sagt jetzt in norwegischen Medien: „Das war nicht freiwillig.“ Epstein habe gedroht, ihn in den Ruin zu treiben. Wie im Chor bedauern alle aus der norwegischen Epstein-Abteilung ihre „mangelnde Urteilskraft“ samt „fehlenden Wissens“ zum ungeheuerlichen Missbrauch junger Frauen.Nachdem sie vorher Kontakte mit Epstein beharrlich mit Lügen abgestritten hatten.

Ihre Landsleute müssen neu sortieren, wie dieser Alptraum zusammenpasst mit ihrem Bild vom eigenen Land. Was stimmt jetzt noch: Dass Skandinavien und Korruption nicht zusammenpassen, Norwegens Beste selbstlos die Friedensfackel durch die Welt tragen und Frauen hier sicherer sind als überall sonst? Die Kinder lernen auch in die Schule, dass ihre Königlichen zum Skifahren auf dem Holmenkollen mit der Straßenbahn zuckeln wie alle anderen

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