Dänemark und Schweden lassen die Ärmsten in Afrika für Ukraine-Hilfe zahlen

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Skandinavien: Geld für die Ärmsten der Armen wird umgewidmet

07.04.2022

Von: Thomas Borchert

Die Not in Ländern wie Afghanistan mache eine Ausweitung der Hilfe dringend nötig, sagt Joakim Palme.
Die Not in Ländern wie Afghanistan mache eine Ausweitung der Hilfe dringend nötig, sagt Joakim Palme. © AFP

Dänemark und Schweden unterstützen Geflüchtete aus der Ukraine mit Mitteln aus der Entwicklungshilfe.

Dänemark und Schweden wollen die Aufnahme von Ukraine-Flüchtlingen zu erheblichen Teilen aus der Entwicklungshilfe für die ärmsten Länder des Südens finanzieren. Kopenhagen streicht in Burkina Faso und Mali sowohl humanitäre als auch Entwicklungsprojekte, um Steuergeld für die Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine freizuschaufeln. Fünf Millionen Kinder seien in diesen Staaten akut abhängig von humanitärer Hilfe, kommentiert die Kinderhilfsorganisation Plan Børnefonden in der Zeitung „Politiken“ und fragt: „Kann es wirklich sein, dass die unsere Hilfe für ukrainische Flüchtlinge bezahlen?“

Dänemarks sozialdemokratischer Ausländerminister Mattias Tesfaye kontert kühl: „Leider“ sei man durch die außergewöhnlichen Umstände zu der „Umschichtung“ gezwungen und müsse vielleicht noch viel mehr umschichten, wenn statt der zunächst veranschlagten 20 000 Kriegsflüchtlinge 100 000 kommen. Bisher will seine Regierung knapp die Hälfte der für Ukraine-Flüchtlinge veranschlagten 5,4 Milliarden Kronen (726 Millionen Euro) durch sofortige Streichungen bei der Entwicklungshilfe (11,3 Prozent des Gesamtetats) finanzieren.

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