Schwedischer Neo-Kolonialismus? Neue Erzgrube vertreibt indigene Rentierzüchter

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Wer eine Grube gräbt …

28.03.2022

Von: Thomas Borchert

Rentierherde im nordschwedischen Jokkmokk - der dort geplante Eisenerz-Tagebau würde den Tieren ihre Wanderwege abschneiden.
Rentierherde im nordschwedischen Jokkmokk – der dort geplante Eisenerz-Tagebau würde den Tieren ihre Wanderwege abschneiden. © imago images/TT

Schwedens Regierung erteilt die Konzession für eine umstrittene Mine. Samische Rentierzüchter sehen dadurch ihre Lebensgrundlage bedroht und beklagen neues koloniales Unrecht.

Wer wird den schwedischen Streit über eine neue Eisenerzgrube mitten in Rentier-Revieren der indigen Samen wohl gewinnen: Die 19-jährige Klimaaktivistin Greta Thunberg mit ihrem Protest-Tweet gegen das „kurzsichtige, rassistische, kolonialistische und naturfeindliche“ Handeln der Regierung? Oder deren eine Generation ältere Wirtschaftsminister Karl-Petter Thorwaldsson mit seinem forschen: „Wir Sozialdemokraten lieben einfach Gruben. Es ist fantastisch, dass wir Erz und Minerale aus unseren Bergen fördern können.“

Vier Monate nach diesen Sätzen beim Amtsantritt hat Thorwaldsson jetzt die Konzessionsvergabe für einen Eisenerz-Tagebau in Kallak an eine Tochter des britischen Konzerns Beowulf Mining folgen lassen. Entschieden ist der seit knapp einem Jahrzehnt tobende Grundsatzkonflikt über die Kallak-Grube nördlich der Kleinstadt Jokkmokk damit aber längst nicht.

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One thought on “Schwedischer Neo-Kolonialismus? Neue Erzgrube vertreibt indigene Rentierzüchter

    bohomicha said:
    March 29, 2022 at 10:52 pm

    Was wollen die Rentiere auch bei den Russen? Da gibts ja sicher auch bald nen zaun mit grube und selbstschussanlage!

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